{"id":1254,"date":"2009-01-19T22:27:22","date_gmt":"2009-01-19T20:27:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=1254"},"modified":"2009-01-19T22:27:22","modified_gmt":"2009-01-19T20:27:22","slug":"die-krone-der-schopfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=1254","title":{"rendered":"Die Krone der Sch\u00f6pfung"},"content":{"rendered":"<p>Keinen Brief in seinem Leben hatte Alejandro Salas so ungerne verfa\u00dft, wie diesen. Und dennoch hatte er sich zu keinem mehr verpflichtet gef\u00fchlt.<!--more--><\/p>\n<p>Nicht die kalte Pflicht durch Rang und Namen &#8211; sondern die Schuldigkeit gegen\u00fcber einem Menschen, der einem teuer war. Und kaum jemand war ihm so teuer gewesen, wie Alrich Dorn. Der Mann, den er einst Perro getauft hatte. Der einzige Lebende, der Burro wirklich gekannt und gesehen hatte. Der den Anblick jener Tage nunmehr mit in ein Grab genommen hatte, das trotz seines Alters als fr\u00fch erschien. Niemand hatte so viele der Geheimnisse des jungen F\u00fcrsten gekannt wie Alrich Dorn. Und so verschwand nun also eine der letzten Spuren an eine Vergangenheit, deren Namen kaum noch jemand sprechen konnte.<\/p>\n<p>Der Brief war nun schon seit Stunden fertig. Aber Alejandro hatte es immernoch nicht fertiggebracht die Feder beiseite zu legen. Lynne hatte nun schon mehrfach nach ihm gesehen. Er hatte ihre Schritte geh\u00f6rt, hatte geh\u00f6rt wie sie im T\u00fcrrahmen verharrte. Und hatte ihr Atmen geh\u00f6rt, als sie nicht n\u00e4her trat. Er war ihr dankbar daf\u00fcr, sah sich au\u00dfer Stande diesen letzten Moment wirklich mit jemandem zu teilen au\u00dfer dem, f\u00fcr den er bestimmt war. Er w\u00fcrde es ihr sagen. Sp\u00e4ter. Wenn er die Feder endlich loslassen konnte.<\/p>\n<p>Der Brief w\u00fcrde seinen Empf\u00e4nger nicht erreichen. Er w\u00fcrde ihn morgen bei Sonnenaufgang verbrennen und dabei, so hoffte er, die Hand seiner Frau halten k\u00f6nnen. Seinem Einreden nach schrieb er diesen Brief f\u00fcr Alrich. Aber der w\u00fcrde ihn nie lesen k\u00f6nnen. Und so mu\u00dfte er sich eingestehen, da\u00df diese sp\u00e4rlichen Worte das Letzte sein w\u00fcrden, was er dem Alten wirklich verwehrt hatte. Er hatte keine Wahl darin gehabt, das wu\u00dfte er. Und so blieb ihm nur die Hoffnung, da\u00df Alrich unbewu\u00dft gewu\u00dft hatte, was Alejandro dachte in jenen Tagen, die seine letzten waren.<\/p>\n<p><em>Mein treuer Vater,<\/em><\/p>\n<p><em>So f\u00e4llt es mir nun zu euch ein letztes Mal sichere Wege zu w\u00fcnschen, wohl wissend, da\u00df euch nichts blieb als diesen Wunsch vorauszuahnen. Verzeiht also dem F\u00fcrsten, den ihr geboren, da\u00df er euren Wunsch billigte und zu respektieren suchte. Und vergebt auch ihm selbst daf\u00fcr euch diese Zeilen zu senden, jetzt, da euer Auge sie nicht mehr sehen kann.<\/em><\/p>\n<p><em>Keiner der Anderen wird je wirklich verstehen, was uns verband. Ich glaube Lynne mag es erahnt haben, als Einzige. Vielleicht in Ans\u00e4tzen der junge Sethur. Aber ihr und ich, wir beide wissen es besser. Wir haben uns in all unseren Schw\u00e4chen gesehen, wie kein anderer. Diesen beiden und mir werdet ihr am meisten fehlen. Ich wage nicht zu urteilen, welche Rolle ihr f\u00fcr sie gespielt habt. Aber ich sehe es in ihren Augen. Wenn ihr nur Gelegenheit gehabt h\u00e4ttet, es auch zu sehen&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>Sie und ich hatten beide gehofft, ihr k\u00f6nntet dieses Kind noch sehen. So bleibt uns also nur zu beten und zu ertr\u00e4umen, da\u00df ihr es jetzt, woimmer ihr auch sein m\u00f6gt, noch k\u00f6nnt. Und wenn ihr es tut, verge\u00dft die Wurzeln dessen Vorv\u00e4ter. Wacht \u00fcber dieses Gesch\u00f6pf. Dereinst werde ich von euch erz\u00e4hlen, so wie ihr es getan h\u00e4ttet, wie ich hoffte. Von einem jungen, fehlgesetzten Narren und dem alten Soldaten, die sich beide nie trennen konnten. Dinge die geschahen. Und andere, die es nie taten. Ich werde versuchen, ein sch\u00f6nes Bild von euch zu malen, auch wenn es euch nicht gerecht werden wird, wie ich wei\u00df.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei den Valar, ihr habt mir schon gefehlt, als ihr zu den Klingen aufbracht. Und nun, Alrich? An wen kann man sich nun noch wenden, jetzt, da alle V\u00e4ter Staub sind.<\/em><\/p>\n<p><em>Auf eurem Weg denkt an dieses Wissen: Ohne euch, Alrich Dorn, g\u00e4be es kein Minas Faer. Ohne euch, Alrich Dorn, g\u00e4be es keinen F\u00fcrsten Salas. Und ich m\u00f6chte lieber nicht dar\u00fcber nachdenken, Alrich Dorn, ob es ohne euch wirklich noch Alejandro g\u00e4be. Ihr habt mich immer gefangen. Sogar, wenn ich nur noch um die Welt weinen konnte. Euer Name wird immer der erste in meinen Ohren sein, wenn jemand &#8216;Minas Faer&#8217; ausspricht. Und sobald der Haushalt nach Gondor zur\u00fcckkehrt, jenes fernen Tages, wird man sich dort euer f\u00fcr alle Ewigkeit erinner.<\/em><\/p>\n<p><em>Die rechte Hand eines F\u00fcrsten sollte eigene Quartiere haben. Euch mag bekannt sein, da\u00df sie meist einen Fl\u00fcgel im Hauptgeb\u00e4ude einnehmen. Oder einen Turm. In Minas Faer wird es ein Turm sein. Ich kenne seinen Namen bereits. Und damit wird ihn die Stadt nie vergessen. Nie euch vergessen. Und keines der Kindeskinder dieses Traums.<\/em><\/p>\n<p><em>Wo immer ihr nun also sein m\u00f6gt, erf\u00fcllt, so ihr k\u00f6nnt, eurem jungen Herrn einen letzten Wunsch: Bereitet an diesem neuen, besseren Ort die Pl\u00e4tze f\u00fcr jene, die euch folgen werden. Die besseren M\u00e4nner der Stadt. Jene, die es verdient haben nach euch zu stehen &#8211; und dies in Ehre tun. Und empfangt sie wohlwollend, sobald ihre Zeit gekommen ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Wartet nicht auf mich. Es ist nun Zeit, Abschied zu nehmen, Alrich. Den Tod einer Klinge m\u00f6gt ihr gestorben sein. Jene, die nur eine Familie kennen. Ich werde ihnen nicht sagen, da\u00df wir beide darin gelogen haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Adelante.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>&#8211; Alejandro &#8211; <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keinen Brief in seinem Leben hatte Alejandro Salas so ungerne verfa\u00dft, wie diesen. 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