{"id":1288,"date":"2009-01-28T17:46:19","date_gmt":"2009-01-28T15:46:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=1288"},"modified":"2009-01-28T17:46:19","modified_gmt":"2009-01-28T15:46:19","slug":"la-sombra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=1288","title":{"rendered":"La Sombra"},"content":{"rendered":"<p>Endlich hatte Alejandro wieder die Zeit gefunden sich dem Gem\u00e4lde zu widmen. Und endlich hatte er sich an sein Vorhaben gehalten was er diesmal malen wollte. Das Ergebnis war, wie der Rest des Bildnisses, zufriedenstellend &#8211; f\u00fcr einen Ein\u00e4ugigen.<!--more--><\/p>\n<p><em>Zumindest einige Figuren hatten jetzt ihre Schatten. So zum Beispiel der Mann in seiner Pf\u00fctze. Sein Schatten entsprach Gr\u00f6\u00dfe, Form und Figur nach genau seinem Herrn, nur war er l\u00f6chrig und vergleichsweise bla\u00df gemalt worden. Wie eine alte Decke. W\u00e4re der Schatten die Kleidung des Mannes gewesen, er h\u00e4tte ihn nicht vor Wind und Wetter zu sch\u00fctzen vermocht. Zu l\u00f6chrig, zu zugig, zu abgetragen, wie er sich da so \u00fcber den Boden fallen lie\u00df.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Frau wiederum am Fenster, welche die drei Geister vor der br\u00fcchigen Scheibe nicht zu sehen schien, daf\u00fcr aber den Sprung in jener, wurde, verglich man ihre Gr\u00f6\u00dfe mit der in Relation angepa\u00dften ihres Schattens, von eben jenem \u00fcberragt. Auch hatte er keine menschliche Form, glich vielmehr einem Falken, welcher die Fl\u00fcgel ausgebreitet hatte und leicht geduckt war, bereit sich jeden Moment vom Boden abzusto\u00dfen und in die Luft zu erheben. Um zu fliegen. Endlich zu fliegen. Wie er es l\u00e4ngst h\u00e4tte tun sollen. Sicherlich w\u00fcrde er es alsbald tun.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Schatten des Mannes am Feuer fiel schon allein dadurch auf, da\u00df er in die falsche Richtung fiel. Statt vom Feuer weg zu fallen, von wo aus das Licht kam, welches ihn h\u00e4tte verdr\u00e4ngen sollen, fiel er eben in Richtung Feuer, wand sich \u00fcber den Boden zu jenem ersehnten Flammenziel. Die Form an sich wiederum war unmenschlich. Ein zu klein gekn\u00fclltes Kneul an pranken, Fl\u00fcgeln, Schwanz und H\u00e4lsen, welches irgendwie in die kleine Form zu passen hatte, die der menschliche K\u00f6rper als Schattenspender so bot. Die Kreatur wirkte, als wolle sie jeden Moment die Fesseln ihrer menschlichen Eingrenzung sprengen, w\u00e4hrend die zwei K\u00f6pfe der Bestie gierig nach den Flammen lechzten und ihren Rauch, welchen der Wind g\u00fcnstig zu ihnen trug, tief inhalierten.<\/em><\/p>\n<p><em>Und dann war da noch jene Frau im Abseits. Jene, die kaum von den anderen bemerkt zu werden schien. Ihr Schatten war sehr weich gezeichnet, spiegelte aber dennoch am Boden ebenfalls ein Tier wieder: Eine L\u00f6win, die zwischen ihren Pranken ein kleines rundes Kneul hielt, welches sich noch nicht definieren lie\u00df. Der Kopf des Tieres jedoch war so geneigt, da\u00df kein Zweifel bestand: Sie sch\u00fctzte diesen kleinen Ball wehrloses Etwas. Nichts Unbefugtes w\u00fcrde je daran heran reichen.<\/em><\/p>\n<p>Mit ihr war er noch nicht fertig. Das wu\u00dfte Alejandro. Und sie war die Figur bei der er wu\u00dfte: Er w\u00fcrde es nie sein. Er l\u00e4chelte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich hatte Alejandro wieder die Zeit gefunden sich dem Gem\u00e4lde zu widmen. Und endlich hatte er sich an sein Vorhaben gehalten was er diesmal malen wollte. 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