{"id":1330,"date":"2009-03-06T15:11:47","date_gmt":"2009-03-06T13:11:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=1330"},"modified":"2009-03-06T15:11:47","modified_gmt":"2009-03-06T13:11:47","slug":"brotherly-love","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=1330","title":{"rendered":"Brotherly Love"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Dein Lautenspiel wird mir fehlen, Chandro.&#8221; Mit dem gleichen, spitzb\u00fcbischen Grinsen, welches der \u00e4ltere Bruder wohl tats\u00e4chlich von seinem j\u00fcngeren gelernt hatte, sah Atherton seinen Bruder und F\u00fcrst an. In ein\u00e4ugig erzwungener Ruhe erwiderte dieser den Blick. &#8220;Seit damals habe ich nur noch einmal eine Laute angefa\u00dft. Und das erwie\u00df sich als gro\u00dfer Fehler.&#8221; Dieser Kommentar brachte ihm scharfe Blicke des J\u00fcngeren ein. &#8220;Ich habe sie nicht mehr. Sie ist jetzt in besseren H\u00e4nden. H\u00e4nde, die sie sch\u00e4tzen.&#8221;<!--more--><\/p>\n<p>Unwillig verschr\u00e4nkte Atherton die Arme vor der Brust. &#8220;Ich hab sie in deinen H\u00e4nden gesch\u00e4tzt, wei\u00dft du.&#8221; Der F\u00fcrst wand sich unwohl unter seinen Blicken. &#8220;Ja, das mag sein, aber&#8230;&#8221; &#8220;Aber du hast sie weggegeben. So wie Pech und Schwefel, ja?&#8221; Touch\u00e9. Der Junge hatte gut getroffen. &#8220;Sprich nicht davon&#8230;&#8221;, murrte Alejandro vor sich hin, den Kopf leicht senkend, so da\u00df ihm eine lose Str\u00e4hne \u00fcber das sehende Auge hing und ihm zweifelsfrei noch mehr der ohnehin schon sp\u00e4rlichen Sicht nahm. Die beiden Dolche waren wahrlich l\u00e4ngst in anderen H\u00e4nden. Er hatte damals gedacht in besseren. Und gelernt, da\u00df er sich wohl geirrt hatte. Mit gekauften Titeln kam offensichtlich keine Allwissenheit.<\/p>\n<p>&#8220;Du bist nicht gekommen um von Lauten zu sprechen, Atherton.&#8221; Er l\u00e4chelte leicht. &#8220;Graf Salas.&#8221;, f\u00fcgte Alejandro betonend hinzu, seinen Bruder aufziehend. Mit sichtlichem Erfolg. Dieser schnaubte leicht und verschr\u00e4nkte bockig die Arme vor dem K\u00f6rper. &#8220;Wei\u00dft du auch. Bin hier weil &#8211; naja&#8230; Ellena und ich wollten bald aufbrechen. Nach Gondor. Wegen der Hochzeit&#8230;&#8221;<\/p>\n<p>Ah, die Hochzeit. Beide Br\u00fcder bedauerten, da\u00df Alejandro nicht zugegen sein konnte. Aber er verstand wieso das Paar einen anderen Weg gew\u00e4hlt hatte. Nur konnte ihr F\u00fcrst diesen derzeit nicht teilen. Schon gar nicht so. &#8220;Ah, die Hochzeit&#8230;&#8221;, wiederholte der alte Salas mit einem etwas wehm\u00fctigen Seufzen. &#8220;Du bist doch hoffentlich gut vorbereitet, oder?&#8221; Sein Blick f\u00e4rbte sich deutlich strenger. &#8220;Keine Freudenm\u00e4dchen vor der Hochzeitsnacht. Das w\u00e4re nicht gut f\u00fcr deine Leistungsf\u00e4higkeit.&#8221;<\/p>\n<p>Die Emp\u00f6rung in den Augen des j\u00fcngeren Mannes war \u00fcberdeutlich. &#8220;Ich habe noch NIE eine Frau SO angefa\u00dft, Chandro!&#8221;, beschwerte sich dieser, zu sp\u00e4t bemerkend, da\u00df er eigentlich hatte ein anderes Wort als &#8216;Frau&#8217; benutzen wollen. Viel zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Schweigen.<\/p>\n<p>Viel Schweigen.<\/p>\n<p>Beide Br\u00fcder starrten sich lange, ungl\u00e4ubig \u00fcber den jeweils anderen, an. Keiner wagte die Stille zu durchbrechen. Zwei erwachsene M\u00e4nner, stumm vor Scham. Am Ende war es doch Alejandro, der zuerst sprach. &#8220;Noch nie &#8211; irgendeine Frau. Wolltest du das damit sagen?&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Nein!&#8221; Nat\u00fcrlich wollte er das nicht sagen! Niemandem h\u00e4tte er das sagen wollen! Es war mehr&#8230; so rausgerutscht.<\/p>\n<p>Alejandro atmete erleichtert durch. F\u00fcr einen Moment hatte er tats\u00e4chlich bef\u00fcrchtet, sein Bruder &#8211; SEIN Bruder! &#8211; h\u00e4tte noch nie Kontakt zu Frauen gehabt. So aber konnte er l\u00e4cheln. &#8220;Mach dir keine Sorgen. Du wirst ihr schon gefallen.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Ja, sicher&#8230; Werde ich&#8230;&#8221;<\/p>\n<p>Die verha\u00dfte Familienehre stand also auf dem Spiel. Atherton fragte sich, was Ellena davon halten w\u00fcrde. Vielleicht w\u00e4re es besser, sie in der Hochzeitsnacht gar nicht erst anzufassen. Immerhin hatte man ja gesehen, was mit Lynne geschah. Ellena wiederum war vielleicht schlicht noch gar nicht so weit. Und er selbst, Vater? Jetzt schon? Nein, nein. Vielleicht w\u00e4re es besser die Finger weiterhin von den Frauen zu lassen. Jedoch verriet ihm ein Blick zu seinem Bruder, da\u00df zumindest er mit mindestens einem Nachkommen rechnete. Und das wohl auch schon sehr bald.<\/p>\n<p>&#8220;Versprich oft zu schreiben, Atherton. Und berichte von eurer Hochzeit.&#8221; -snacht. Zumindest h\u00f6rte es sich in seinem Kopf irgendwie so an. Ellena w\u00fcrde das nicht m\u00f6gen. Er jetzt schon nicht.<\/p>\n<p>Es gab keine Umarmung. Kein langatmiges Lebewohl. Daf\u00fcr aber ein L\u00e4cheln, so selten, da\u00df es nur die Br\u00fcder kannten. Mit der gleichen, alten Verbindung, die beide l\u00e4ngst verloren geglaubt hatten. Die Umarmungen waren nicht n\u00f6tig gewesen. Sie hatten dieses L\u00e4cheln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Dein Lautenspiel wird mir fehlen, Chandro.&#8221; Mit dem gleichen, spitzb\u00fcbischen Grinsen, welches der \u00e4ltere Bruder wohl tats\u00e4chlich von seinem j\u00fcngeren gelernt hatte, sah Atherton seinen Bruder und F\u00fcrst an. 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