{"id":1511,"date":"2009-08-03T13:00:12","date_gmt":"2009-08-03T11:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=1511"},"modified":"2009-08-03T13:00:12","modified_gmt":"2009-08-03T11:00:12","slug":"brothers-in-arms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=1511","title":{"rendered":"Brothers in Arms"},"content":{"rendered":"<p>Den halben Tag habe ich gebraucht, um mir \u00fcberhaupt klarzuwerden, wo ich am besten anfange zu berichten. Es wird schwer sein in Worte zu fassen. Aber das hier wird niemals irgendjemand lesen. Vielleicht verstehe in ein paar Monaten ich mich nichteinmal mehr selbst.<!--more--><\/p>\n<p>Anfangen sollte ich aber wohl mit der Zusammenkunft des Hauses. Den Themen, die besprochen wurden.<\/p>\n<p>Zuerst erl\u00e4uterte ich die Sachlage um Zarroc Angor. Besser, ich riss an, was es zu erkl\u00e4ren galt. Habe versucht klarzumachen, dass ich mit diesem Mann stehen und fallen werde in dieser Angelegenheit. Die Worte meines Hauses lassen nichts anderes zu. Bleibt zu hoffen, dass sich Wintereiche dessen bewusst ist. Wie auch all dem, was seine eventuellen Urteile f\u00fcr Reaktionen hier und in der Heimat hervorrufen k\u00f6nnten. Schuldig oder nicht, mir bleibt keine Wahl. F\u00fcr einen Moment hatte ich gestern sogar den Eindruck, Angor verstehe, was das bedeute. Aber genau vermag ich es nicht zu sagen.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Punkt waren die Bem\u00fchungen Dronin Eichenfausts. Der Zwerg wirkt immer sehr ruhig, aber das ist nicht zu untersch\u00e4tzen. Seine Axt und er sind Gegner, die ich lieber nicht gegen mich w\u00fcsste. Alle verf\u00fcgbare Unterst\u00fctzung f\u00fcr seine Unternehmen gen Moria wurden ihm zugesichert. Meinem Eindruck nach, wei\u00df er das sehr zu sch\u00e4tzen. Sp\u00e4ter dann verabschiedete er sich und brach wieder auf in Richtung jener Minen. Ich hoffe, bald wieder von ihm zu h\u00f6ren. Von seinen Triumphen, tief drunten. Es mag seltsam sein, aber durch ihn sp\u00fcre ich die Erfolge alter Schlachten erneut. Ein Gef\u00fchl, das hier, hier im Breeland, das nur den s\u00fc\u00dfen Sommerfrieden kennt, so wichtig ist. Hier, da ein Mann in Waffen so gut wie tot ist.<\/p>\n<p>Dennoch ist es unziemlich hier vom Tod zu sprechen. Meine Frau erw\u00e4hnte ihn in ihrer Rede an den Haushalt. Sie sprach von Salas, seinem Tod &#8211; seinem zweiten Tod. Sprach von seinem Erbe. Eine Ehrenbekundung an die verbliebenen Mitglieder des Hauses. Und neuer Mut f\u00fcr jedes neue Gesicht. Ich gestehe, es war ihr Gedanke unser wahres Gesicht zu offenbaren. Aus meiner Sicht haben wir damit einen wichtigen strategischen Vorteil aufgegeben. Aber sie mag Recht haben. Vielleicht war es wichtig zu sagen, wie wir wirklich zueinander stehen. Doch wer von ihnen versteht schon die Politik Gondors? Wer von ihnen versteht die Notwendigkeit solcher Masken? Vor allem jetzt, da Sybell um so viel mehr gef\u00e4hrdet ist&#8230;<\/p>\n<p>Auf Reianyas Noires Bericht warte ich noch. Aber der wird sicherlich bald kommen. Soweit mir bekannt ist, traf sie inzwischen den Grafen. Ich vermute, auch seine Frau. Demnach sollte die \u00fcberf\u00e4llige Trauerfeier bald abgehalten werden k\u00f6nnen. Ich erinnere mich, dass meine erste Aufforderung an sie war, sich mit den n\u00f6tigen Umgangsformen auseinanderzusetzen. Soweit ich das beurteilen kann, tut sie ihr Bestes. Ich sehe bereits die Fortschritte. Dennoch bleibt mir ihr eigentlicher Glaube ein R\u00e4tsel. Es ist ihr allerdings anzurechnen, dass sie nicht versucht unter Zwang Missionarsarbeit diesbez\u00fcglich zu leisten. Sie betet f\u00fcr uns zu den Valar, beh\u00e4lt aber ihre eigenen Ansichten. Damit kann ich vermutlich gut leben.<\/p>\n<p>Von Ciros Frau kann ich nur wenig berichten. Ich bin \u00fcberrascht, dass er selbst nicht zugegen war. Werde ihn bald schon wiedertreffen m\u00fcssen. Und seine Frau&#8230; Auch sie wusste nicht, wo er sich aufh\u00e4lt, spricht ihrerseits nur in seltsamen R\u00e4tseln, wenn sie es denn tut. Sp\u00e4ter am Abend habe ich sie nicht mehr gesehen. Vermutlich f\u00fcrchtet sie uns, die wir Fremdl\u00e4nder f\u00fcr sie sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Treffens unterbrach eine Frau, die mir sp\u00e4ter als Sveayen vorgestellt wurde. Sie ist angeheurt als Giselhers Stallmagd. Zwar fehlt es auch ihr an Umgangsformen, jedoch kann auch von ihr gesagt werden, sie gibt sich alle M\u00fche. Ich wies sie auf die m\u00f6glichen Konsequenzen hin, sollte sie sich entscheiden l\u00e4ngerfristig in seinen Diensten stehen. Sie versprach dar\u00fcber nachzudenken. Ich sehe der Sache mit Spannung entgegen.<\/p>\n<p>Auch Taraja war anwesend und sprach sp\u00e4ter noch gesondert vor. Sie informierte mich \u00fcber ihre eigentliche Herkunft, welche ich so schlicht zur Kenntnis nahm, auch wenn mir der Name ihres Hauses nichts sagt. Ihre Kinder w\u00fcrde man fordern, obwohl man sie selbst l\u00e4ngst des eigenen Blutes versto\u00dfen h\u00e4tte. Aber das sind die Entscheidungen einer Mutter. Die kann ich nicht f\u00fcr sie f\u00e4llen. Es blieb mir also nur, ihr alle Unterst\u00fctzung zuzusagen, denn auch hier gilt Blut f\u00fcr Blut. Es wird eine Eskorte zusammengestellt. Ihre Kinder werden sicher in Gondor ankommen. F\u00fcr alles Weitere l\u00e4sst sich nur beten. Ich beneide sie nicht f\u00fcr ihre Situation. Dennoch mag ich sie bald vielleicht ein wenig ablenken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Eid wurde geleistet. Celebthalon, der Mann, der so unscheinbar um Anstellung bat, legte ihn ohne zu z\u00f6gern und in aller Konsequenz ab. Die Worte, die er w\u00e4hlte waren tats\u00e4chlich noch umfassender als jeder Eid, den ich selbst verlangt h\u00e4tte. Aber gerade deswegen konnte er unm\u00f6glich abgewiesen werden. So steht er nunmehr als Sp\u00e4her im Dienste des Hauses. Auch, wenn wir uns im Moment nicht von der Stelle bewegen.<\/p>\n<p>Einen neuen Medicus galt es ebenfalls zu finden. Nat\u00fcrlich lag es nahe, Heridan Flu\u00dfwieser einzusetzen, und so tat ich es auch. Der Mann bat noch vor wenigen Tagen um Schutz f\u00fcr eine seiner Kranken. Er half ihr, so hatte er es geschildert. Und wieder stellt sich das Haus f\u00fcr eine Unbekannte. Soll es so sein. Wenn dieser Schutz zu viel Zeit benasprucht, wird auch ihr keine Wahl bleiben. Und mir keine, au\u00dfer zu fordern, was dann unser zu sein hat. Die besseren Nachrichten aus seiner Richtung jedoch war das Untersuchungsergebnis an meiner Frau. Die Valar sind gn\u00e4dig&#8230; Ich h\u00e4tte sie viel z\u00fcgiger zu ihm schicken m\u00fcssen. Es wird darauf zu achten sein, dass er seine Arbeit gut macht. Denn sollte jetzt noch etwas schief gehen&#8230;<\/p>\n<p>Als Sybell die Treppe hoch st\u00fcrmte um davon zu berichten, strahlte sie wie zwei Sonnen. Ich brach umgehend auf um Giselher zu uns zu zitieren. Der Mann muss gedacht haben, ich wolle ihm an den Kragen. Ich habe sie noch nie so l\u00e4cheln gesehen&#8230; Aldorn und ich schlie\u00dflich tranken auf die Zukunft, die Vergangenheit &#8211; und h\u00e4tten wohl auf so ziemlich alles au\u00dfer Mordor selbst getrunken in dieser Stunde. Dieses gebrannte Zeug macht einen halb blind. Scharf in der Kehle. Aber das is gut! Wieder ein Moment, in dem man lebendig ist.<\/p>\n<p>Hier h\u00e4tte der Abend enden k\u00f6nnen. Hier h\u00e4tte er enden sollen. Und nur auf diesem Papier wage ich zu schreiben, was ich niemandem sagen darf, auch nicht meiner geliebten Frau, wof\u00fcr sie mir vergeben mag, wenn wir nicht mehr sind.<\/p>\n<p>Cinlir Winthallan, ein Narr, der nicht wei\u00df, wie man aufh\u00f6rt Herzog zu sein und beginnt ein Mann zu sein. Als Sybell auf die Hebamme zu sprechen kam, tat ich das, was ich gewohnt bin zu tun: Ich antwortete in der Pr\u00e4zision, die es auf dem Schlachtfeld erfordern w\u00fcrde. Was nutzt der Trug um die W\u00fcnsche, die man gern erf\u00fcllt h\u00e4tte, wenn die Realit\u00e4t eine andere ist? Nat\u00fcrlich verdient sie zweifelsfrei die beste Hebamme. Aber die beste ist eben nicht unbedingt auch die Frau, die hier verf\u00fcgbar ist. Mit dieser Wahrheit schnitt ich sie tief, ohne es zu wissen oder zu wollen.<\/p>\n<p>Sie bat Giselher um Geleit zu unserem Haus. Nat\u00fcrlich \u00fcbernahm ich das selbst, kein Grund ihn unn\u00f6tig in diese Sache hineinzuziehen. H\u00e4tte ich nur erahnt&#8230; Noch auf dem Weg erkl\u00e4rte sie mir, es w\u00e4re kalt von mir gewesen das zu sagen. Lieblos. Zumindest habe es so gewirkt. Kalt und lieblos&#8230; Sie tr\u00e4gt meinen Erben, meinen Stolz, meine Liebe. Wie k\u00f6nnte ich weniger sein, als gl\u00fccklich? Weniger als stolz? Weniger als besorgt um ihr Wohl?<\/p>\n<p>Mordor hole die verdammte Erziehung Winthallans, Ost Agars&#8230; Ich wei\u00df nicht, wie ich anders h\u00e4tte reagieren sollen. Besser, ich reagierte, bevor ich es wusste. Reagierte, wie man es in meiner Familie getan h\u00e4tte. Wir sind ein starkes Haus. Ein strenges Haus. Jeder Muskel, egal ob in K\u00f6rper, Geist, Seele oder Herz ist stark. Denn die Schw\u00e4che wird nicht tolleriert. Und eine Herausforderung ist immer dazu da, gemeistert zu werden. Ein Konflikt wird gewonnen, nicht gel\u00f6st. Einen anderen Weg kennt mein Name nicht. F\u00fcr diesen Weg haben Generationen in Blut gezahlt.<\/p>\n<p>In diesem Moment reagierte sie f\u00fcr mich wie ein schmollendes Kind. Und ein Kind h\u00e4tte man unter Zimmerarrest gestellt. Was ich tat, egal wie sehr es mir das Herz brach. Und auch das tat es. Ich stand \u00fcber Stunden vor ihrer T\u00fcr und hielt Wache, als w\u00e4re ich nichts anderes als ein einfacher Gardist dieses Hauses. Am Ende dann bat sie die T\u00fcr zu \u00f6ffnen, sagte, sie habe verstanden.<\/p>\n<p>Wie sehr ich mich get\u00e4uscht hatte. Wie falsch meine Mittel eingesch\u00e4tzt. Die T\u00fcr ging auf und sie sagte, sie wolle das Kind bei ihrer Mutter zur Welt bringen. Sie w\u00fcrde nach Gondor zur\u00fcckkehren. F\u00fcrst und Herzog meines Hauses, aber unf\u00e4hig auch nur ein Wort zu sagen. Sie bitten zu bleiben? Ich w\u00fcnschte, bei den Valar, diese Gabe w\u00e4re mir gegeben. Aber ein Mann in meiner Position darf nicht bitten. Niemanden und um nichts. Ausgerechnet bei meiner Frau verschlucke ich mich an diesem Haken.<\/p>\n<p>Wie lange ich dann da lag, das wei\u00df ich nicht. Auch an Giselhers genaue Worte erinnere ich mich nicht. Ich musste \u00fcber keine der Antworten, die ich ihm oder sp\u00e4ter Sybell gab, nachdenken. Sie waren ehrlich, direkt und kamen rein aus Reflex. Ganz wie ich es im Feld verstanden h\u00e4tte mein Schwert zu ziehen und zu nutzen. Vor der Frage, zu was f\u00fcr einer Art Mann mich das macht, scheue ich zur\u00fcck. Wieder nur hier. Denn nichts hiervon darf erfahren werden.<\/p>\n<p>Wie es dazu kam, dass die Situation gel\u00f6st wurde, vermag ich nicht mehr zu sagen. Welche Worte gewechselt wurden, welche Gesten getauscht&#8230; All das verschwindet in einem Nebel, den ich nur noch in Teilen zu durchdringen vermag.<\/p>\n<p>Allerdings wei\u00df ich sehr wohl was ich Giselher Aldorn schulde. Und was uns verbindet. Ein Bruder kann er f\u00fcr mich nicht sein, denn ich habe keine Schwester, die ich an ihn geben kann. Angenommen er w\u00fcrde sie nehmen. Aber ein Bruder ist er dennoch, f\u00fcr mich. In kurzer Zeit mehr als ein Freund. Freund, obwohl ich nie welche hatte.<\/p>\n<p>Mit drei Gefallen entlohne ich ihn. So klein oder gross, wie er sie w\u00fcnscht. Einzul\u00f6sen, wann immer er es f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Ohne zu hinterfragen. Ohne Einspruch. Wie ich ihn kenne, wird er Leben damit retten. Wahrscheinlich das meine \u00f6fter, als es mir lieb ist.<\/p>\n<p>Und Sybell? Was von ihr verlangt wird ist weit mehr, als einfach nur dieses Kind zur Welt zu bringen. W\u00e4hrend ich der Kopf dieses Hauses zu sein habe und nicht wei\u00df, wie man es nicht ist, wird ihr eine Gr\u00f6\u00dfe abverlangt, die nichts geringeres ist als \u00fcbermenschlich. Wie soll sie einem Gatten eine gute Frau sein, der Widerspruch ob seiner Herkunft als Herausforderung und zu \u00fcberwindenden Feind sieht? Woher sie \u00fcberhaupt den Mut und die Entschlossenheit nimmt, bleibt mir ein R\u00e4tsel. Dennoch liebe ich sie f\u00fcr all das, und weit mehr. Sie wird nie erfahren wof\u00fcr ich sie sch\u00e4tze und liebe&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den halben Tag habe ich gebraucht, um mir \u00fcberhaupt klarzuwerden, wo ich am besten anfange zu berichten. Es wird schwer sein in Worte zu fassen. Aber das hier wird niemals irgendjemand lesen. 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