{"id":1610,"date":"2009-10-11T20:42:32","date_gmt":"2009-10-11T18:42:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=1610"},"modified":"2009-10-11T20:42:32","modified_gmt":"2009-10-11T18:42:32","slug":"the-blood-dimmed-tide","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=1610","title":{"rendered":"The blood-dimmed Tide"},"content":{"rendered":"<p><strong>Turning and turning in the widening gyre<br \/>\nThe falcon cannot hear the falconer;<br \/>\nThings fall apart; the centre cannot hold;<br \/>\nMere anarchy is loosed upon the world,<br \/>\nThe blood-dimmed tide is loosed, and everywhere<br \/>\nThe ceremony of innocence is drowned;<br \/>\nThe best lack all conviction, while the worst<br \/>\nAre full of passionate intensity.<\/p>\n<p>&#8211; The Second Comming, W. B. Yeats, 1. Strophe &#8211;<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><em>&#8220;Schon so fr\u00fch wach, euer Gnaden?&#8221;, seuselte die schwarzhaarige Frau scherzhaft in dem Bett, das Cinlir Winthallan gerade verlassen hatte, w\u00e4hrend er dabei war sich wie jeden Morgen zu r\u00fcsten und vor allem seinen Schwertgurt anzulegen. Dwendrid. Herzogin. Ihrem Mann stets eine ergebene Ehefrau. Nur eben keine besonders treue. Ein Umstand, der Cinlir bereits mehr Wissen \u00fcber ihren Mann eingebracht hatte, als diesem wohl lieb sein durfte.<br \/>\nCinlirs Blick zu ihr war ebenso fl\u00fcchtig wie unterk\u00fchlt. &#8220;Ihr wisst sehr genau weswegen, Dwendrid.&#8221; &#8211; Womit der Herzog, der langsam aber sicher die 25 hinter sich lie\u00df, nicht Unrecht hatte. Sie wusste sehr genau weswegen. Nur einen Abend zuvor war der Mann, dessen R\u00fccken sie nun anstarrte, ein Gast ihres Ehegatten gewesen. Eine kleine, nichtssagende Feierlichkeit zu der sie eben jenen Gatten \u00fcberredet hatte. Eine Ausrede und Gelegenheit den jungen Herzog wiederzusehen. Ihr Mann wiederum hatte nichts von ihren eigentlichen Motiven geahnt. Wenn es nach ihr ging, h\u00e4tte alles so bleiben k\u00f6nnen.<br \/>\nWahrscheinlich w\u00e4re es das auch, h\u00e4tte ihr Mann nicht, trunken wie er war und im Scherz, einen Kommentar \u00fcber die Frau fallen lassen, die Cinlir Winthallan in wenigen Jahren heiraten w\u00fcrde, k\u00e4me er nicht noch rechtzeitig zur Besinnung. Sie hatte geh\u00f6rt, dass es dieses Haus mit der Ehre recht ernst nahm. Aber sp\u00e4testens nach der ersten gemeinsamen Nacht war es ihr schwer gefallen an diese Aufrichtigkeit zu glauben. &#8220;Cinlir&#8230; Du willst dich duellieren f\u00fcr eine Frau, die du nur als ein kleines M\u00e4dchen kennst? Ich bitte dich, er war betrunken.&#8221;<br \/>\n&#8220;Das spielt keine Rolle.&#8221;, erwiederte Cinlir trocken und ernst. &#8220;H\u00e4tte er meine Ehre in Frage gestellt, ich h\u00e4tte gel\u00e4chelt und gleiches einfach mit seiner getan. Aber hier geht es um meine zuk\u00fcnftige Frau. Sie ist nicht hier. Also werde ich ihren Namen verteidigen.&#8221; Das Schwert war endlich gegurtet. Er strich sich die Haare nach hinten, raffte einen Teil davon und band den \u00fcblichen kleinen Pferdeschwanz.<br \/>\nHinter ihm raschelten die Laken als sich Dwendrid erhob, die Decke um sich geschlagen. Es gab da durchaus noch eine andere Alternative, die sie diesem Duell abringen konnte&#8230; Kaum hinter Cinlir angekommen, lie\u00df sie die Decke fallen und legte ihre zarten H\u00e4nde an seine H\u00fcfte, knapp \u00fcber dem G\u00fcrtel. &#8220;Wenn du schon gehen musst&#8230; Wenn du schon k\u00e4mpfen willst&#8230;&#8221; Der Ton ihrer Stimme hatte nichts von dem Honig verloren, den sie so gern in die Ohren anderer M\u00e4nner tr\u00e4ufeln lie\u00df. &#8220;Dann bedenke&#8230; Sie ist keine Herzogin. Und nach der Zeit der Trauer wird es mir gestattet sein einen neuen Mann zu nehmen.&#8221; Ihre Fingerspitzen tippelten nun \u00fcber das Leder des Gurtes, bis sich die Finger fest um sein Schwertheft legten.<br \/>\nNun doch l\u00e4chelnd drehte sich Cinlir \u00fcberraschend schnell zu ihr um und entzog ihren zierlichen Fingern so seine Waffe. &#8220;So werde ich f\u00fcr uns beide beten, Dwendrid&#8230; Dass er ebenso blind ist, wie dein erster.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Dass ich ausgerechnet den Leutnant und meinen Hauptmann dabei ertappen w\u00fcrde, wie sie \u00fcber Truppenaufstockung sprechen, h\u00e4tte ich nicht erwartet. Zugegeben, vom Leutnant sehr wohl. Aber Giselher schien mir bisher nicht die Art Mann zu sein, die sonderlich willens ist in einen Krieg zu ziehen. Aber dieser Krieg wird immer unvermeidbarer. Und ich glaube nicht, dass wir hier im Breeland noch lange Ruhe davor haben. In Gondor hat man es l\u00e4ngst nicht mehr. W\u00e4re Sybell nicht guter Hoffnung, ich h\u00e4tte des Haushalt hier l\u00e4ngst abgezogen und wir w\u00fcrden k\u00e4mpfen. So aber werden wir warten, bis dieses Kind geboren ist. Dem Haus ist nicht geholfen, verliert Sybell das Kind auf der Reise und sterbe ich dann im Kampf. Ein zu gro\u00dfes Risiko. Die Verantwortung f\u00fcr die Familie geht in diesem Fall \u00fcber die Pflicht. Und selbst das nicht, denn die Pflicht erf\u00fcllt mein Bruder an der Front. Auch, wenn ich ihn nach wie vor darum beneide.<\/p>\n<p>Aber es braucht mehr daf\u00fcr in einen Krieg zu ziehen als einfach nur einen Befehl. Es braucht die \u00dcberzeugung. Ich glaube nicht, dass Giselher sie hat. Oder je bekommen wird. Er ist eine Wache, ja. Aber ein Soldat? Ich hege meine Zweifel. Sicher, er w\u00fcrde bis aufs Blut dieses Haus verteidigen. Vor jedem Angreifer. Aber wird er einen Schritt weiter gehen und angreifen um einen Feind abzuwehren, der sonst ohne zu z\u00f6gern uns alle ausl\u00f6schen w\u00fcrde? Oder wird er warten, bis er den ersten Schlag im Gesicht sp\u00fcrt? Welche Art von Mann ist Sir Giselher Aldorn.<\/p>\n<p>Dennoch, die beiden haben Recht. Wir werden M\u00e4nner brauchen. Wahrscheinlich werde ich nicht all zu w\u00e4hlerisch sein d\u00fcrfen. Aber M\u00e4nner m\u00fcssen es sein, die wissen was ein Eid bedeutet. Die beiden rieten dazu Dankmar Meroun wieder in die Dienste zu nehmen. An der Art, wie er geformt wird, werden sie bemessen werden. Ich werde es ihnen nicht sagen. Als gute Soldaten sollten sie es beide wissen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Turning and turning in the widening gyre The falcon cannot hear the falconer; Things fall apart; the centre cannot hold; Mere anarchy is loosed upon the world, The blood-dimmed tide is loosed, and everywhere The ceremony of innocence is drowned; The best lack all conviction, while the worst Are full of passionate intensity. &#8211; The [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1610","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cinlir-winthallan"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1610","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1610"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1610\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}