{"id":171,"date":"2009-06-12T01:58:18","date_gmt":"2009-06-11T23:58:18","guid":{"rendered":"http:\/\/charblogs.eternalevil.de\/?p=171"},"modified":"2009-06-12T01:58:18","modified_gmt":"2009-06-11T23:58:18","slug":"von-lowen-und-lammern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=171","title":{"rendered":"Von L\u00f6wen und L\u00e4mmern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Noch in der gleichen Nacht hatte Martin Finn lange wach im Bett gelegen. Warum wu\u00dfte er nicht. Ihn hatte nicht wirklich \u00fcberrascht, was er gesehen hatte. Aber ber\u00fchrt hatte es ihn. Beunruhigt auf einer Ebene, die dennoch keine Angst einfl\u00f6ste. Es ergab keinen Sinn. Weder f\u00fcr Martin, noch f\u00fcr Xyviel. Erst nach Stunden gelang es ihm endlich die Augen zu schlie\u00dfen&#8230;<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><em>Das schwarzgoldfarbene Fell war samtig und seidig zwischen seinen Fingern. So wie die Menschen sp\u00e4ter sagen w\u00fcrden, ein Stoff sei so sanft wie die S\u00fcnde selbst, so mu\u00dften sie etwas wie das ber\u00fchrt haben, um eine Ahnung davon zu haben, was genau das bedeuten konnte. Ein Reiz auf der Haut, der so subtil, zeitgleich so intim war, da\u00df diese Ber\u00fchrung an sich, gleich aus welcher Absicht heraus, den Rest der Welt verschwimmen und verschwinden lie\u00df.<\/em><\/p>\n<p>Es war also entschieden. Das Opfer, welches gebracht werden mu\u00dfte, stand fest. Nur eines, ein letztes war Xyviel nicht bereit zu geben. Und w\u00fcrde sich fortan fragen, ob das nicht doch h\u00e4tte alles \u00e4ndern k\u00f6nnen. Eine kleine Ver\u00e4nderung, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachte. Vielleicht sogar zwischen Hochmut und Barmherzigkeit. War er nicht gn\u00e4dig gewesen als er Ahaukyin fortgeschickt hatte, weit weg zu einer Aufgabe, deren Erledigung weit weniger erfolglos zu sein schien als das, was ihn hier erwartet h\u00e4tte? Oder war er eigens\u00fcchtig gewesen darin ihn nicht diese Entscheidung treffen zu lassen?<\/p>\n<p><em>Ich liebe dich.<\/em><\/p>\n<p>&#8220;Es sieht nicht gut aus, wahrlich. Wenn die Verst\u00e4rkung nicht bald eintrifft, dann&#8230;&#8221; Ein Blick schnitt den Rest des Satzes ab. Der Andere wandt den Kopf wieder nach vorne, sein ganzes Sein dabei neuerlich aufflammend, umgeben von allgegenw\u00e4rtigem Feuer. &#8220;Sie werden kommen.&#8221;, kommentierte er. Seine Stimme klang sicherer als der Zweifel, den er eigentlich hegte. W\u00fcrden sie?<\/p>\n<p>Und dann brachen sie in Scharen \u00fcber den Feind herein, lie\u00dfen nichts zur\u00fcck au\u00dfer der Gewi\u00dfheit des Sieges, erkauft durch die Glorie, die strahlende Pracht die nur Wesen wie sie es waren auf dieser Erde erm\u00f6glicht hatten. In ihm stieg ein Gef\u00fchl von seltsam empfundenem Wert auf. Mehr als das. Stolz.<\/p>\n<p>Und aus dem Augenwinkel sah er schwarzgoldenes Fell Licht gleichsam verschlucken wie auch in voller Pracht gl\u00e4nzen lassend. Und f\u00fcr einen kurzen Moment nur stand alles Feuer still.<\/p>\n<p><em>Xyviel&#8230;<\/em><\/p>\n<p>&#8220;Ich bitte dich, sei geduldig&#8230;&#8221; &#8220;Geduld spricht von Zeit, die wir nicht haben!&#8221;<\/p>\n<p><em>Nie h\u00e4tte ich dich vergessen k\u00f6nnen&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Kein Wort hatte es je vermocht ihm wirklich tiefempfundene Ruhe zu vermitteln. Nicht die Worte des Morgensterns. Nicht die Worte des Allm\u00e4chtigen. Auch nicht Seine Worte. Aber seine Hand&#8230; Seine Hand konnte ihn halten&#8230; Und f\u00fcr einen Moment Ruhe erahnen lassen.<\/p>\n<p><em>Warte auf mich&#8230; Xyviel&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>V\u00f6llige Dunkelheit. Kein Schwarz. Kein Gold. Nur Abwesenheit. Und Xyviel erinnerte sich flammend an die Ewigkeit. Allein.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch in der gleichen Nacht hatte Martin Finn lange wach im Bett gelegen. Warum wu\u00dfte er nicht. Ihn hatte nicht wirklich \u00fcberrascht, was er gesehen hatte. Aber ber\u00fchrt hatte es ihn. Beunruhigt auf einer Ebene, die dennoch keine Angst einfl\u00f6ste. Es ergab keinen Sinn. Weder f\u00fcr Martin, noch f\u00fcr Xyviel. 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