{"id":1926,"date":"2010-04-17T16:10:16","date_gmt":"2010-04-17T14:10:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=1926"},"modified":"2010-04-17T16:10:16","modified_gmt":"2010-04-17T14:10:16","slug":"ancient-spirit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=1926","title":{"rendered":"Ancient Spirit"},"content":{"rendered":"<p>Der neue Morgen war l\u00e4ngst angebrochen als Cinlir Winthallan an dem gro\u00dfen Tisch in seinem Privathaus sa\u00df. Ein Arbeitszimmer gab es hier nun nicht mehr. Man hatte es zum Kinderzimmer umfunktioniert. Warim hatte die beiden Wiegen aufstellen lassen. Und schon jetzt konnte Cinlir Gertrude Quitte, die dicke Amme mit dem freundlichen Gesicht, die vielleicht zwei Jahre j\u00fcnger war als Cinlir selbst aber irgendwie so gar nicht danach aussah, im Zimmer vor sich hin reden h\u00f6ren. Da sonst niemand im Raum war, sprach sie wohl mit den Kindern.<!--more--><\/p>\n<p>Der frisch gebackene Vater selbst hatte ein noch leeres Pergament vor sich liegen und eine Schreibfeder in der Hand. Sein Blick floh kurz zum Kaminfeuer. Es brannte hell genug. Nachdenklich betrachtete er die Flammen eine ganze Weile, ehe er sich letztendlich wieder dem Pergament zuwandte und zu schreiben begann.<\/p>\n<p><em>Geliebter Vater,<\/p>\n<p>   Heute w\u00e4rst Du stolz auf Deinen Sohn. Ich wei\u00df, dass alles, was Du zu Lebzeiten tatest zu meinem Besten war. Eine Form Deiner Liebe f\u00fcr Deine Familie. Umsicht f\u00fcr Deine Untertanen. Und Zuneigung zu Deinem Sohn. Aber Deines Stolzes war ich mir nie so gewiss, wie ich es heute bin. Denn heute hat Sybell mir zwei Kinder geschenkt.<br \/>\n   Das M\u00e4dchen, zuerst geboren, hat ihre Augen und wird sicherlich, sobald sie alt genug ist, auch das L\u00e4cheln ihrer Mutter haben. Ich wei\u00df, Du hast ihr L\u00e4cheln immer besonders gesch\u00e4tzt, auch wenn Du mich den Geschmack daf\u00fcr erst lehren musstest. Ihr Name ist Ailis. Sie wird, irgendwann, eine sehr gute Partie f\u00fcr jemanden werden. Da bin ich mir sicher. Und das nicht nur, wegen des hohen Namens, den sie f\u00fcr ihre Familie tr\u00e4gt.<br \/>\n   Mein Erbe&#8230; Wir nennen in Theron. Ich glaube, er hat meine Augen. Und besinnt sich schon so fr\u00fch seiner Manieren, dass er offensichtlich seiner Schwester den Vortritt lie\u00df zu mir zu kommen. Ein kr\u00e4ftiger Knabe, Vater. Ich bedaure, dass Du ihn nicht selbst sehen kannst, heute. Du h\u00e4ttest ihm so viel beibringen k\u00f6nnen&#8230; Dennoch hege ich keinen Zweifel, dass er unsere Linie w\u00fcrdig fortsetzen wird.<br \/>\n   Denn&#8230; Die M\u00e4nner und Frauen dieses Hauses, Vater, des Hauses, das mir Erbe wurde nicht durch Deinen Namen, sondern den eines Fremden&#8230; Sie wachsen mir mehr und mehr ans Herz. Die Treue derer, die blieben, ist grenzenlos. Ich wei\u00df, sie werden mich in jede Schlacht begleiten, von der ich glaube sie f\u00fchren zu m\u00fcssen. Ihre Reihen werden niemals brechen. Zwar m\u00f6gen einige von ihnen die Art eines gondorischen F\u00fcrsten so nicht gewohnt sein, jedoch scheinen sie langsam zu erkennen, dass nichts von dem, was ich tue, gegen sie gerichtet ist. Durch Dein Beispiel wei\u00df ich, dass es f\u00fcr den anderen nicht immer leicht ist zu erkennen, wo das Gute in dem liegt, was Du f\u00fcr mich tatest und ich nun f\u00fcr jeden hier tue.<br \/>\n   Aber ich werde es nicht mehr allein tun m\u00fcssen. Meine Frau steht treu an meiner Seite, trotz all meiner Fehler. Und aller St\u00e4rken. Meine Eidm\u00e4nne und -Frauen halten die Treue. Und sogar einer der Unsterblichen findet nun seinen Weg hierher und wird mir, wie ich hoffe, als Berater zur Seite stehen. Vielleicht sogar als Freund. Er gab Prinz und Prinzessin bereits seinen Segen, sogar noch ehe sie geboren wurden. Und so treten wir alle gemeinsam ein Erbe an und stehen bereit daf\u00fcr, eine Zukunft zu schaffen, die all unserer Namen wert ist.<br \/>\n   Ich beginne daran zu glauben, Vater.<\/p>\n<p>&#8211; Cinlir Winthallan &#8211;<br \/>\nMit Sybell, Ailis und Theron Winthallan.<\/em><\/p>\n<p>Ruhig legte der Herzog die Schreibfeder beiseite, griff das Papier und wedelte es etwas in der Luft, damit die Tinte schneller trocknen konnte. Als das geschehen war, siegelte er den Brief, hielt ihn eine Weile in der Hand. Dann f\u00fchrte ihn sein Weg durch das Haus. Zuerst zu Sybell, die noch schlief. Ersch\u00f6pft musste sie sein, nach wie vor. Er hatte sie die ganze Nacht in den Armen gehalten, auch wenn er selbst kein Auge zugetan hatte. Er hatte selbst angestrengt auf die Ger\u00e4usche zwei Zimmer weiter gelauscht. Jeder Schrei, egal wie schnell Gertrude sich um das Kind gek\u00fcmmert hatte, lie\u00df ihn aufhorchen. Er musste sich zwingen, liegenzubleiben. Sybell selbt war nicht aufgewacht. Jedenfalls hatte er nichts dergleichen wahrgenommen. Es wunderte ihn auch nicht.<\/p>\n<p>Mit dem Brief in der Hand trat er an ihr gemeinsames Bett, legte ihr das Papier f\u00fcr ein paar Augenblicke gegen die glatte Stirn. Als er es weg nahm, beugte er sich kurz zu ihr und k\u00fcsste genau diese Stelle. Leise schlich er sich davon, betrat das Zimmer der Kleinen. Er hatte kaum einen Fu\u00df hineingesetzt, da begann Gertrude auch schon davon zu schw\u00e4rmen wie h\u00fcbsch die beiden doch waren und wie stolz der Papa doch sein k\u00f6nne. Nicht, dass man Cinlir daran h\u00e4tte erinnern m\u00fcssen. Er war stolz. Durch und durch. Und wenn er sich gestern nicht sehr get\u00e4uscht hatte, dann, so glaubte er, der ganze Haushalt mit ihm.<\/p>\n<p>Sein Weg f\u00fchrte ihn zuerst zu der kleinen Ailis, der er ebenfalls den Brief kurz an die Stirn hielt. Er l\u00e4chelte, als sie versuchte den Kopf vor dem gro\u00dfen, f\u00fcr sie unidentifizierbaren Etwas, wegdrehte. Er bel\u00e4stigte sie nicht l\u00e4nger damit, strich ihr stattdessen mit dem kleinen Finger liebevoll \u00fcber die Wange. Dann trat er an Therons Wiege und hielt auch ihm kurz das Schreiben an die Stirn. Der Junge blinzelte nur m\u00fcde und gab irgendwelche Ger\u00e4usche von sich, die Cinlir nicht zuzuordnen wusste. Er lie\u00df die Hand mit dem Brief sinken.<\/p>\n<p>Schon seltsam. Nichteinmal Sybell hatte er so klein gesehen. Dabei war sie damals, als man ihm mitteilte er w\u00fcrde sie dereinst heiraten m\u00fcssen, nur wenige Monate \u00e4lter gewesen. Er hatte damals nicht ahnen k\u00f6nnen, dass er sie tats\u00e4chlich lieben w\u00fcrde. Und noch weniger hatte er ahnen k\u00f6nnen, wie sehr er diese zwei kleinen Wesen, die ausgerechnet sie ihm schenkte, lieben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Mit einem L\u00e4cheln kehrte er um und ging zur\u00fcck in den Hauptraum. Er trat vor den Kamin. Einige Augenblicke sp\u00e4ter \u00fcberlie\u00df er die Nachricht den Flammen. Damit sie die Worte an ihr Ziel bringen konnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neue Morgen war l\u00e4ngst angebrochen als Cinlir Winthallan an dem gro\u00dfen Tisch in seinem Privathaus sa\u00df. Ein Arbeitszimmer gab es hier nun nicht mehr. Man hatte es zum Kinderzimmer umfunktioniert. Warim hatte die beiden Wiegen aufstellen lassen. 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