{"id":1951,"date":"2010-05-02T19:46:14","date_gmt":"2010-05-02T17:46:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=1951"},"modified":"2010-05-02T19:46:14","modified_gmt":"2010-05-02T17:46:14","slug":"soothsaying","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=1951","title":{"rendered":"Soothsaying"},"content":{"rendered":"<p><em>In Jahren&#8230;<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Alles war bereit. Die Kutsche war vorgefahren. Drau\u00dfen, unter dem Fenster seines Amtszimmers, hier in Minas Faer, konnte er h\u00f6ren, wie die Bediensteten die letzten Truhe darauf verluden. Er h\u00f6rte Tharlegond Elteror einige Befehle an Wachen br\u00fcllen. Der Mann hatte immer noch nichts von der Kraft in seiner Stimme verloren. Dabei waren es jetzt schon &#8211; was? 15? Nein, fast 20 Jahre, die er direkt in Cinlirs Dienst stadt, seitdem sein Bruder Enlir den damaligen Leutnant zu ihn sandte.<\/p>\n<p>Cinlir legte die Schreibfeder weg. Die H\u00e4nde auf den R\u00fccken gelegt trat er an das Fenster und blickte hinab in den Hof. Gerade traten Sybell und Ailis hinaus ins Sonnenlicht. Die Tochter fiel ihrer Mutter um den Hals. Das M\u00e4dchen weinte, soviel konnten Cinlirs Ohren noch ausmachen. Aber die Mutter sprach beruhigend auf ihre Tochter ein, strich ihr sanft \u00fcber das Haar und hatte, auch f\u00fcr Ailis, das gleiche L\u00e4cheln, dem schon ihr Vater nicht hatte widerstehen k\u00f6nnen. Mit einer Hand griff Cinlir an den Fensterrahmen und lehnte sich leicht dagegen.<\/p>\n<p>Vor der T\u00fcr zum Amtszimmer k\u00fcndigten schwere Schritte auf den steinernen B\u00f6den das Eintreffen eines der Ritter ein. Der Herzog, der F\u00fcrst, kannte die Schrittfolge gut zu wissen um zu h\u00f6ren, dass es nicht einfach einer der Ritter war, sondern welcher: Der erste, den er jemals ernannt hatte. Bald darauf wurde die Fl\u00fcgelt\u00fcr ge\u00f6ffnet und Sethur Izhkarioth trat herein. Nach Ategons Tod vor knapp einem halben Jahr &#8211; der Mann hatte das zweifelhafte Gl\u00fcck gehabt friedlich entschlafen zu k\u00f6nnen &#8211; hatte man dem Mann, den Cinlir unter vier Augen nur Rian nannte, dieses Amt \u00fcbertragen. Er hatte schon vor sehr langer Zeit als K\u00e4mmerer des Hauses gedient. Nun tat er es wieder. Inzwischen jedoch hatte auch er viel seiner Jugend und Naivit\u00e4t verloren. Und es zeigte sich in seiner Stimme. &#8220;Sir Giselher Aldorn, erster Ritter zu Minas Faer, Hauptmann der Garde Ost Agars, Hauptmann der Garde Minas Faers, euch zu sehen, euer Gnaden.&#8221; Einen guten K\u00e4mmerer zeichnete zum Beispiel aus, dass er hinnahm, wie sehr Cinlir immernoch an Ost Agar hing, auch wenn sie nun hier wohnten. Es bei der Anrede f\u00fcr einen Herzog zu belassen gab Cinlir ein seltsames Gef\u00fchl der Vertrautheit, obwohl die Mauern ihm hier nach all der Zeit nach wie vor fremd waren.<\/p>\n<p>Es war kaum mehr n\u00f6tig die zwei Finger auch nur einen Hauch zu heben, als dass Izhkarioth es bemerkt h\u00e4tte, seinem Herrn zunickte und den Weg f\u00fcr Giselher frei gab. Danach zog sich der J\u00fcngste zur\u00fcck und schlo\u00df im Gehen auch die Fl\u00fcgelt\u00fcr wieder. Giselhers Schritte halten noch dreimal durch den Raum, ehe er stehenblieb und sich, wie das leise Klirren und Rascheln verriet, leicht verbeugte &#8211; ungeachtet der Tatsache, dass der Herzog ihm nach wie vor den R\u00fccken zuwandte. &#8220;Du hast mich rufen lassen, Bruder?&#8221; Auch Giselher h\u00f6rte man an, dass er \u00e4lter wurde. Dennoch war es schwer festzumachen, woran genau das lag oder wie es sich \u00e4u\u00dferte.<\/p>\n<p>&#8220;Ich lie\u00df euch in offizieller Angelegenheit rufen, Sir Aldorn.&#8221; Schon vor sehr langer Zeit hatten sich die beiden M\u00e4nner angew\u00f6hnt durch die jeweilige Anrede durchblicken zu lassen, wie offiziell genau das Gespr\u00e4ch war. Und vor allem wie angenehm es wohl f\u00fcr einen der beiden w\u00e4re. Wenig verwunderlich straffte sich Giselher, als sein selbsternannter Bruder sich auf die Form zur\u00fcckzog.<br \/>\n&#8220;Stets zu Diensten, Herr.&#8221; Das war erstmal wohl das Neutralste und damit Beste.<br \/>\nNun drehte sich auch Cinlir zu Giselher um. &#8220;Ailis soll heiraten. Dar\u00fcber seid ihr informiert.&#8221;<br \/>\nInformiert. Gutes Wort. Beiden war das mehr als bewusst. Schon seit Wochen hatten die beiden M\u00e4nner immer wieder hin und her diskutiert wegen dieses Themas. Giselher tat das M\u00e4dchen leid, hatte sie in Sachen ihrer Hochzeit doch wenig mitzureden gehabt. Ihr Vater hatte die Entscheidung gef\u00e4llt und alles gute Zureden, sei es nun von Giselher oder eben Sybell, hatte nur wenig geholfen. Sybell war es leichter gefallen die politische Notwendigkeit zu erkennen. Giselher nicht. &#8220;Ja, Herr.&#8221;<br \/>\n&#8220;Es gilt nun sie sicher zu ihrem zuk\u00fcnftigen Ehemann zu bringen. Die Reise ist alles andere als kurz &#8211; und schon gar nicht ungef\u00e4hrtlich.&#8221; Der in die Jahre kommende Herzog nahm sich einen Moment um durchzuatmen. Politische Notwendigkeit, ja. Aber eben auch seine Tochter, die er nun ziehen lassen musste. &#8220;Ich w\u00fcsste nicht, wem ich meine Tochter lieber anvertrauen sollte, als euch, Sir Aldorn.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr seinen Teil fiel es Giselher immernoch schwer zu akzeptieren, mit welcher Leichtigkeit, egal ob oberfl\u00e4chlich oder nicht, ein Vater seine Tochter in die Ferne schicken konnte. Er war froh, dass es bei seiner eigenen noch einige Jahre dauern w\u00fcrde. &#8220;Cinlir, willst du nicht-&#8221; &#8230; Nein, dem Blick nach wollte sein Herr wirklich nicht nochmal \u00fcber irgendetwas nachdenken. Die Jahre hatten seinen Bruder ruhiger werden lassen. Und Gwaethil Eglainions Rat hatte geholfen ihn weise entscheiden zu lassen. Aber eine Entscheidung, die einmal gef\u00e4llt worden war, setzt er jetzt mit wesentlich mehr H\u00e4rte durch. Zu widersprechen, hatte es eine \u00e4hnliche Diskussion bereits einmal gegeben, konnte inzwischen mehr kosten, als einfach nur ein paar schlaflose N\u00e4chte. &#8220;Es wird mir eine Ehre sein eure Tochter sicher an ihr Ziel zu geleiten, euer Gnaden.&#8221;<\/p>\n<p>Cinlir l\u00e4chelte milde. &#8220;Dann freue ich mich auf eure R\u00fcckkehr, Sir Aldorn.&#8221; Das Schachbrett stand schon bereit. Die Freude war wirklich aufrichtig. Sobald Giselher wieder zur\u00fcck war, konnten sie wieder Br\u00fcder sein. Er konnte es kaum erwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Jahren&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1951","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cinlir-winthallan"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1951","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1951"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1951\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1951"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1951"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1951"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}