{"id":2294,"date":"2010-10-03T16:52:26","date_gmt":"2010-10-03T16:52:26","guid":{"rendered":"http:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=2294"},"modified":"2014-01-07T19:06:09","modified_gmt":"2014-01-07T19:06:09","slug":"lokalpresse-vom-3-oktober-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=2294","title":{"rendered":"Lokalpresse vom 3. Oktober 2010"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Was Recht und was gerecht ist<\/em><\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Vor zwanzig Jahren verstarb der Volksschauspieler Walter Sedlmayr eines gewaltsamen Todes in seiner Wohnung in M\u00fcnchen. Damals machte der Fall gro\u00dfe Schlagzeilen und lie\u00df nicht nur Bayern mit Spekulationen \u00fcber Sedlmayrs Privatleben und das m\u00f6gliche Motiv des T\u00e4ters immer wieder neue Horrorszenarien \u00fcber das Ableben des beliebten Darstellers aus Serien wie &#8220;Polizeiinspektion 1&#8221; ersinnen. Im weiteren Verlauf der<br \/>\nErmittlungen ergab sich, Sedlmayr habe unm\u00f6glich nur von einer Person get\u00f6tet werden k\u00f6nnen, so die deutliche Sprache der Indizien.<\/p>\n<p>Es sollte drei Jahre dauern bis die mutma\u00dflichen M\u00f6rder hinter Gitter gebracht werden konnten. Seither jedoch gab es immer wieder Bestrebungen das Verfahren wiederaufzunehmen, unter anderem wegen neu<br \/>\nhinzugekommener Aussagen, Gest\u00e4ndnissen, deren G\u00fcltigkeit in Frage gestellt werden muss, und der Verwicklung eines bereits vorbestraften Mannes, der kurz nach dem Mord an Sedlmayr nach Spanien auswanderte.<\/p>\n<p>Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Zeit, in der viele Menschen diesen Vorfall l\u00e4ngst vergessen haben. Niemals vergessen werden ihn jedoch die beiden Verurteilten, von denen ein Mann wegen guter F\u00fchrung und entsprechender psychologischer Gutachten l\u00e4ngst wieder auf freiem Fu\u00df ist. An dieser Stelle beginnt eine Geschichte, die wegen der verschiedenen Auffassung der Menschen von Recht, Unrecht, Verantwortung und Rehabilitation fast jede Gespr\u00e4chsgruppe in zwei Lager spaltet.<\/p>\n<p>Der Verurteilte, von Gesetzeswegen her also ausreichend bestraft und als besserungsf\u00e4hig beurteilt, begibt sich zur\u00fcck in das Leben in Freiheit und versucht, ganz wie es das deutsche Gesetz vorsieht, sich wieder in das normale Leben einzugliedern. Dieses Gesetz beruht zwar auf dem Gedanken einen Straft\u00e4ter f\u00fcr seine Tat b\u00fc\u00dfen zu lassen, aber auch darauf, dass ein Mensch f\u00e4hig ist aus Fehlern zu lernen. Demzufolge kann jemand, der ein Verbrechen begeht, nachdem die Strafe abgesessen ist &#8211; gegebenenfalls einhergehend mit diversen Therapien &#8211; wieder ein wertvolles Mitglied f\u00fcr die Gesellschaft werden.<\/p>\n<p>Im Sinne dieser Richtlinien wurde dem nunmehr freien Mann von der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit erm\u00f6glicht einen F\u00fchrerschein f\u00fcr den Personentransport als Busfahrer zu bekommen. Besser, es wurde ihm die M\u00f6glichkeit gegeben das daf\u00fcr n\u00f6tige Wissen zu erlangen. Die Aush\u00e4ndigung der zugeh\u00f6rigen Fahrerlaubnis wurde jedoch verweigert. Auf Grund des polizeilichen F\u00fchrungszeugnisses und der darin verzeichneten Haftstrafe wegen Mordes sehe man sich au\u00dfer Stande die Erlaubnis zu erteilen. Es w\u00fcrde damit zu viel Verantwortung f\u00fcr das Leben anderer Menschen in die H\u00e4nde eines Mannes gelegt, der mit dieser offensichtlich nicht umgehen k\u00f6nne. So der R\u00fcckschluss der ausstellenden Kreisstadt sowie des daf\u00fcr zust\u00e4ndigen Verwaltungsgerichts, vor dem Klage durch den Exh\u00e4ftling eingereicht wurde.<\/p>\n<p>An dieser Stelle also scheiden sich die Geister: Sind wir bereit daran zu glauben, dass der Mensch f\u00e4hig ist \u00fcber sich selbst hinauszuwachsen? Oder beschr\u00e4nken wir uns auf die Erkenntnis, dass es Menschen gibt, deren Natur so sehr von der aller anderen abweicht, dass sie nichts geringeres sind als die Art Monster, der man ohne jedes<br \/>\nschlechte Gewissen Grundrechte wie die freie Arbeitswahl nehmen darf, kann und vor allem sollte? Wieviele Zweifel darf es geben und wieviele darf es nicht geben, damit ein Mensch das abgesprochen bekommt, was so<br \/>\noft gefordert wird: die ber\u00fchmte zweite Chance.<\/p>\n<p><strong><em>Leserkommentar zur Nominierung der CDU (OB-Wahl 2011) St\u00f6tzel und die Qual der Nichtwahl<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Donnerstage sind wichtig. So lehrte es uns der vergangene Donnerstag. An diesem Tag n\u00e4mlich nominierte die CDU ihren Kandidaten f\u00fcr die im M\u00e4rz n\u00e4chsten Jahres anstehende Oberb\u00fcrgermeisterwahl.<\/p>\n<p>60 Stimmen bekam Wieland St\u00f6tzel. 60 Stimmen von den ebenfalls 60 wahlberechtigten Mitgliedern der CDU Parteigemeinschaft der Umgebung. Damit also ein Kandidaturerfolg von 100%. Und das ist selten.<\/p>\n<p>Die Au\u00dfenpolitik, so sehen wir es fast jeden Abend im Fernsehen, lehrt uns, dass hinter Wahlerfolgen dieser Art meist ein korruptes System steckt. Wie sonst lie\u00dfen sich die Erfolge von Diktatoren erkl\u00e4ren, die gegen jedes Menschenrecht, dass sich der Mensch je aus den Fingern gesogen hat, versto\u00dfen haben? Aber nein. Die eigene Partei zu korrumpieren w\u00e4re wohl doch etwas weit her geholt.<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst nur einen m\u00f6glichen R\u00fcckschluss zu: Es gab schlicht keine Alternative. Anscheinend nichtmal einen Gegenkandidaten. Denn, egal wie gut oder schlecht ein Mensch ist, irgendjemand mag ihn immer.<br \/>\nIrgendjemand hasst ihn immer. Das lehrt die Psychologie und auch die Soziologie. Das macht eine 100%-ige Wahl von jemandem oder etwas virtuell unm\u00f6glich. Au\u00dfer nat\u00fcrlich, man hat die Wahl zwischen A und eben A.<\/p>\n<p>Sind wir also so weit gekommen? Gibt es schlicht niemanden mehr, der es wagt sich gegen einen vorhandenen Pol zu stellen? Oder ist es vielleicht schlicht Ziel der Partei uns eine Einheit vorzugaukeln, die<br \/>\nso schlichtweg unm\u00f6glich ist?<\/p>\n<p>Es bleibt nur zu hoffen die Stimmzettel am Wahltag haben mehr Auswahl als einen Politiker. Diversit\u00e4t und Individualismus. Das wird heutzutage alles sehr gro\u00df geschrieben. Nur irgendwie ist das wohl im<br \/>\nWahlsystem an sich noch nicht angekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was Recht und was gerecht ist<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[374],"tags":[],"class_list":["post-2294","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-newsarticles-by-nate-c1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2294"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2294\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3663,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2294\/revisions\/3663"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}