{"id":2626,"date":"2011-06-28T10:20:24","date_gmt":"2011-06-28T10:20:24","guid":{"rendered":"http:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=2626"},"modified":"2011-06-28T10:20:24","modified_gmt":"2011-06-28T10:20:24","slug":"valentin-sandershausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=2626","title":{"rendered":"Valentin Sandershausen"},"content":{"rendered":"<p>In einem Buch, das es nicht gibt, steht der folgende Eintrag niedergeschrieben.<!--more--><\/p>\n<p><em>Ein Abend also zur Freude unseres Prinzen. Es stellt sich heraus, dass den Prinzen zu erfreuen weit weniger leicht ist, als die meisten von uns wohl gedacht haben m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Da w\u00e4re zuerst seine Frau, Prinzessin Marie von Brakenburg. Eine arrangierte Ehe. Kein Wunder, dass es Probleme gibt. Hielten sich beide an ihren Stand, dann w\u00e4re die Maske wohl eine bessere gewesen. Stattdessen verl\u00e4sst sie den Abend vorzeitig, wohl mit einem der Gardisten. Zwar gab sie sich M\u00fche freundlich zu allen zu sein, jedoch stellt sich so unweigerlich die Frage, warum sie dies tat. Sie h\u00e4tte es schlicht nicht n\u00f6tig. Man hat freundlich zu ihr zu sein, so oder so. In jedem Fall tauchte sie heute Morgen nicht mehr auf. Das Schlimmste ist zu bef\u00fcrchten. Der Prinz&#8230; wird es wohl nicht m\u00f6gen, mit Pech. Oder er erkennt darin seine Chance aus dieser unseeligen Ehe zu entfliehen, schreibt sie als vermisst ab und sucht sich eine neue Frau, die ihm mehr zusagt. Dabei war die Idee gut: Lasst ihr ihren Liebhaber, behauptet jedes Ergebnis dieser Liebschaft entstamme euren Lenden und nehmt euch, wen auch immer ihr wollt. Vielleicht h\u00e4tte die Dame den Versuch unternehmen sollen vorher zu reden, ehe sie verschwindet. Nun verzichtet sie auf ein gutes Leben &#8211; und f\u00fcr was? Das Gedicht war jetzt jedenfalls auch umsonst. Bedauerlich, m\u00f6chte ich meinen.<\/p>\n<p>Meine Frau Hanna wiederum war sehr zur\u00fcckhaltend an jenem Abend. Doch schien sie sich pr\u00e4chtig zu am\u00fcsieren. Ich glaube, sie hatte Angst ihr Bruder w\u00fcrde diese Ehe langfristig nicht billigen. Ein Wunder fast, dass er ihrem Bitten mit mir die Ehe eingehen zu d\u00fcrfen \u00fcberhaupt nachgab. Ihr Wohlergehen muss ihm sehr am Herzen liegen, denn einen Vorteil hatte es f\u00fcr ihn nicht, sieht man von der Gelegenheit ab endlich einen anderen Mann als Empork\u00f6mmling bezeichnen zu k\u00f6nnen. Hanna gab sich damit zufrieden zu beobachten. Ich f\u00fcrchte, ich habe weit weniger Zeit mit ihr verbracht als es gut gewesen w\u00e4re. Aber die n\u00f6tigen Anstrengungen duldeten keinen weiteren Aufschub. Sie ist eine gute Frau. Ich bin sicher, sie wird verstehen.<\/p>\n<p>Die eine Familie also f\u00fcr die andere geben. So f\u00fchlte es sich an. Und so muss es sich wohl auch f\u00fcr den guten Konrad angef\u00fchlt haben. Kein Wunder dass er dachte, ich h\u00e4tte die Familie aus der ich stamme v\u00f6llig vergessen. Ich glaube es gelang mir ihn zu beruhigen. Vielleicht versteht er sogar warum es n\u00f6tig war sich anf\u00e4nglich so zu konzentrieren. Der ein oder andere Abend in den Wachquartieren w\u00fcrde mir nicht schaden&#8230; Und ihm w\u00fcrde es ebenfalls gut tun. Das W\u00fcrfelspiel ist immer ein guter Weg um \u00fcber die eigentlich wichtigen Dinge zu reden. Jedenfalls die Dinge, die f\u00fcr die M\u00e4nner dort wichtig sind. Und damit auch f\u00fcr meinen Cousin. Vermutlich w\u00e4re es falsch ihnen nicht weiter zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Elender Staffauer&#8230; H\u00e4tte er nur etwas von seinem Ansinnen gesagt! Es w\u00e4re leichter gewesen etwas f\u00fcr ihn und seine Herzdame zu erdenken. Aber die Furcht um ihrer beider K\u00f6pfe hat ihn wohl \u00fcberall Feinde vermuten lassen. Wenn ich ehrlich bin kann ich es ihm nicht verdenken. Ich h\u00e4tte nicht anders gehandelt. Dennoch \u00e4rgerlich.<\/p>\n<p>Die Haushaltskassen leiden unter g\u00e4hnender Leere. Was genau Papsdorf angestellt hat, dass sie sich so gar nicht mehr f\u00fcllen m\u00f6gen, wei\u00df ich nicht. Nat\u00fcrlich gefiel es dem Prinzen wenig dar\u00fcber zu sprechen. Es \u00fcberhaupt anzudenken. Also schlug ich Papsdorf die Einf\u00fchrung der Wehrpflicht vor und \u00fcberlie\u00df ihm das Lob daf\u00fcr. Es schadet nie den Schatzmeister gut zu stimmen. Wer wei\u00df wof\u00fcr es noch n\u00fctzlich ist. Jedoch hat er wohl irgendeinen Zwist mit dem K\u00e4mmerer &#8211; dessen Ursache ich nicht kenne. Noch nicht.<\/p>\n<p>Es war in diesem Falle zur Abwechslung ein Gl\u00fcck, dass Rotstein Hanna wohl noch immer liebt. Ich wei\u00df nicht was ich h\u00e4tte sagen sollen, das ihn sonst davon abgehalten h\u00e4tte direkt zum Prinzen zu gehen. Was immer seine Nachrichten gewesen sein m\u00f6gen, sie h\u00e4tten die Laune unseres Herrn wohl kaum gehoben. Aber er blieb, unterstellte mich nat\u00fcrlich Boshaftigkeit und wollte mich in meine Schranken weisen. Egal. Er blieb, allein das z\u00e4hlte. Hanna geehelicht zu haben wird er mir nie verzeihen&#8230;<\/p>\n<p>Am Ende schien der Prinz gl\u00fccklich genug. Hielt er es am Anfang des Abends noch f\u00fcr n\u00f6tig mich meine Wurzeln sp\u00fcren zu lassen, so wurde er doch zusehens vertrauter. Hanna hatte Recht: Diese Feier f\u00fcr ihn war wohl n\u00f6tig um alles zum Guten zu wenden. Bleibt zu hoffen, dass er mir das Verschwinden seiner Frau und seines Gardisten nicht anh\u00e4ngen will. Zur Abwechslung habe ich tats\u00e4chlich nichts damit zu tun. Seine Freude schien dennoch echt genug. Ihr werdet uns fehlen, Prinz.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Buch, das es nicht gibt, steht der folgende Eintrag niedergeschrieben.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-2626","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-atherton-salas"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2626"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2627,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2626\/revisions\/2627"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}