{"id":3092,"date":"2011-11-24T11:18:31","date_gmt":"2011-11-24T11:18:31","guid":{"rendered":"http:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=3092"},"modified":"2014-01-07T19:13:50","modified_gmt":"2014-01-07T19:13:50","slug":"neulich-auf-der-staufenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=3092","title":{"rendered":"Neulich auf der Staufenburg&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/s1QbKhgURVw\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Die Nacht war bereits weit fortgeschritten, als sich Nate auf der Staufenburg einfand. Kein Dom\u00e4nenabend. Damit also keineswegs eine der N\u00e4chte, in denen der Senator pflegte auch nur ansatzweise an soetwas wie formelle Kleidung zu denken. Hier, auf diesem Boden jedoch, war das etwas anderes. Wie an den Versammlungsabenden erschien er in Anzug und Krawatte, das Schwert am Revert, die Senatorenkette um den Hals. Der Hut jedoch fehlte. Und die Augenklappe war schlicht und schwarz, an Stelle der sonst eher auff\u00e4lligen Varianten.<\/p>\n<p>Es dauerte nicht lange, bis Herr Gracht ihm entgegen kam. Wie zu erwarten. Der Mann hatte, Greg nicht v\u00f6llig un\u00e4hnlich, die beunruhigende Angewohnheit das Verhalten der ihn umgebenden Untoten bemerkenswert voraussagen zu k\u00f6nnen. &#8220;Wenn es m\u00f6glich ist, w\u00fcrde ich gerne ein paar Minuten in das Arbeitszimmer des Prinzen. Keine Sorge, ich werde nichts anfassen und mich nicht umsehen.&#8221;, erkl\u00e4rte der Toreador mit f\u00fcr ihn zu leiser Stimme als sich Gracht erkundigte, was ihn \u00fcberhaupt hergef\u00fchrt hatte. Der Andere schien ohne ein weiteres Wort zu verstehen welcher Natur dieser Besuch genau zu sein schien.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Alles war wie immer. Er hatte dieses Arbeitszimmer nie in einem anderen Zustand erlebt. Dabei war er noch gar nicht so oft hier gewesen. Eine Art Gewohnheit hatte sich dennoch eingestellt. Und nun? Nun war es fast schon beleidigend wie unglaublich allt\u00e4glich, friedlich alles in diesem Raum auf ihn wirkte. Alles. Au\u00dfer der Tatsache, dass die Frau auf dem Stuhl fehlte.<\/p>\n<p>Hinter ihm stand die T\u00fcr einen Spalt weit auf. Die Vermutung lag nahe, dass Gracht irgendwo in der N\u00e4he stand. Nur f\u00fcr den Fall, dass der Gast irgendetwas ben\u00f6tigte. Oder auch einfach nur um zu h\u00f6ren, was in dem Raum vor sich ging. Gleichg\u00fcltig. Es machte nur sehr bedingt Sinn vor diesem Mann Geheimnisse zu haben.<\/p>\n<p>Langsam trat er um den Schreibtisch herum, strich im Vorbeigehen mit den Fingerspitzen \u00fcber das M\u00f6belst\u00fcck. Einen Moment lang schoss ihm die Frage durch den Kopf wieviele Erinnerungen daran wohl h\u00e4ngen mochten. Oder ob man es einfach schon zu oft ausgetauscht hatte und es damit im wesentlichen seinen eigenen Charakter l\u00e4ngst verloren hatte.<\/p>\n<p>Ausatmend schob er die Gedanken beiseite. Er war nicht f\u00fcr die M\u00f6bel hier. Nicht f\u00fcr Gracht. Nicht f\u00fcr die Dom\u00e4ne.<\/p>\n<p>Vor dem Stuhl angekommen starrte Nate das leere M\u00f6belst\u00fcck eine Weile an. Wie hatte sie dagesessen, als er sie das letzte Mal gesehen hatte? Warum hatte er so wenig von dem gesagt, was eigentlich n\u00f6tig gewesen w\u00e4re? Wichtiger: Warum hatte er sie nicht aufgehalten? Die Worte, die ihren Weg nach Koppenhagen gefunden hatten&#8230; H\u00e4tte er sie nicht viel eher an den Prinzen richten m\u00fcssen? Vielleicht h\u00e4tte das alles ge\u00e4ndert&#8230;<\/p>\n<p>Er sch\u00fcttelte erneut \u00fcber sich selbst den Kopf. Dann schloss er das Auge, dank auf ein Knie.<\/p>\n<p>&#8220;I can&#8217;t hold her together&#8230; I&#8217;ve tried&#8230; I am trying&#8230;&#8221; Ein \u00fcberfl\u00fcssiges Durchatmen sp\u00e4ter hob er den Kopf und sah den leeren Stuhl an, versuchte im Dunkel die Person zu ersp\u00e4hen, von der er wusste, dass sie nicht da war.<\/p>\n<p>&#8220;All evaluations are through. I can&#8217;t do this on my own. And those that are my equals are&#8230; flawed.&#8221; Fehler. Die hatte er auch. Andere Fehler. Der wichtigste Fehler: Das Gesamtkonstrukt nicht so ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen, dass es funktionierte. Auf unbestimmte Zeit einfach weiter funktionierte. &#8220;Thomas is &#8211; he is &#8211; uncoordinated. Half the time he won&#8217;t listen. The other half he&#8217;s too angry to. I know that he&#8217;s trying hard to be good. That all he really wants is follow your order. Yet he&#8217;s no longer capable of doing that.&#8221; Vielleicht war es sogar ein Wunder, dass sie sich noch nicht an die Kehle gegangen waren.<\/p>\n<p>All das. W\u00e4re es besser gewesen er h\u00e4tte viel fr\u00fcher angefangen Verantwortung f\u00fcr etwas zu \u00fcbernehmen? Er h\u00e4tte schneller mit der Situation wachsen m\u00fcssen. &#8220;And Jacques&#8230;&#8221; Zur H\u00f6lle! F\u00fcr all das, was er dem Mann angetan hatte um das zu sein, was n\u00f6tig war, w\u00fcrde kein Gott den sich Menschen je erdacht hatten jemals Vergebung gew\u00e4hren. Und er konnte sich noch nichteinmal wirklich schlecht daf\u00fcr f\u00fchlen. Warum auch? Er hatte versprochen, allen versprochen dass er genau das tun w\u00fcrde. Ohne Reue. Wenn da nur nicht diese Irritation dar\u00fcber w\u00e4re diese Reue auch tats\u00e4chlich nicht zu empfinden. &#8220;He can&#8217;t pull it off. To be prince, even to be senator you have to have a certain conviction. You need something that drives you. A spark. Something that keeps you going, even when you think you don&#8217;t have anything left within you anymore. Right now he&#8217;s moving. But it&#8217;s just the wind blowing him about. It&#8217;ll end soon enough. And he will never actually enjoy doing this. And part of you, no matter how small, absolutely has to enjoy it. Otherwise you&#8217;re dead meat. And everyone you&#8217;re trying to protect will take the fall for you.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Mona Lisa&#8230;&#8221; Ein Bild flackerte kurz vor seinen Augen auf. Der Abend, an dem er versucht hatte der Dom\u00e4ne etwas \u00fcber ein l\u00e4ngst untergegangenes Schiff beizubringen &#8211; und dar\u00fcber, warum sie alle ebenfalls auf einem \u00e4hnlichen Schiff allein auf weiter See fuhren. Er erinnerte sich an das erste L\u00e4cheln dieser Frau, das er wirklich hatte sehen k\u00f6nnen. Sehen &#8211; und als echt empfinden. Auch wenn es kurz darauf wieder einbrach und wenig sp\u00e4ter ganz von Prinz Br\u00fcckner in den Schatten geschoben wurde. &#8220;You are a ghost and a saint to this city as it is. More than that &#8211; you are also its life force. Without you, she will break. We&#8217;re buying her time. But that&#8217;s really all we can do. The longer you are away, the more she will fall apart.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Please&#8230;&#8221; Er hob eine Hand, ber\u00fchrte das Polster. &#8220;I need you.&#8221;<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Als Nate wieder zu Herrn Gracht trat war bereits genug Zeit vergangen um die eigentlichen Vorw\u00fcrfe gegen sich selbst wieder aufkeimen zu lassen, all die Bedachtheit von vor zwei Minuten wegzuwischen. Welche Art von Genie lie\u00df sich von \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden, auch wenn es sich dabei zuf\u00e4llig um Menschen &#8211; naja, Lebewesen &#8211; handelte, aufhalten? Ein Genie hatte das Chaos zu beherrschen! Aber eigentlich lag bereits in dieser Formulierung die Schwierigkeit: be_herrschen_. Die Zeit wurde knapp, wenn ihn seine Instinkte nicht um das letzte Qu\u00e4ntchen Empathie betrogen hatten. Herrschen, echtes Herrschen galt es schnell zu lernen. Schnell zu lehren.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zur\u00fcck zum Wagen sprachen die M\u00e4nner kein Wort. Ob Gracht ihn geh\u00f6rt hatte wusste Nate noch immer nicht. Und es war ihm noch immer v\u00f6llig gleichg\u00fcltig. Herrschen. Sogar das w\u00fcrde am Ende nur Zeit kaufen. Er hatte das hier kommen sehen. Und sich trotzdem darauf eingelassen. &#8216;Wer jetzt bleibt, der tut das freiwillig. Und er tut es im vollen Bewusstsein \u00fcber die Konsequenzen seines Bleibens.&#8217; Das hatte er ihnen gesagt. Ihnen gesagt, aber eigentlich sich gemeint. Elender Dicksch\u00e4del. So oft gegangen. Warum nicht auch dieses Mal.<\/p>\n<p>Im Auto angekommen warf er einen Blick auf sein Handy. Ein kurzes L\u00e4cheln schlich sich in sein Gesicht. &#8220;Guess I&#8217;ll be seeing you tomorrow then.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[53],"tags":[],"class_list":["post-3092","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nathaniel-elyot-vampire-live-c1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3092"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3092\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3590,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3092\/revisions\/3590"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}