{"id":3339,"date":"2012-02-26T01:37:27","date_gmt":"2012-02-26T01:37:27","guid":{"rendered":"http:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=3339"},"modified":"2014-01-07T19:12:24","modified_gmt":"2014-01-07T19:12:24","slug":"the-meaning-of-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=3339","title":{"rendered":"The Meaning of Life"},"content":{"rendered":"<p><em>Tief in Gedanken sa\u00df Nathaniel auf seiner Couch in dem k\u00fcrzlich wiederhergestellten Wohnzimmer und starrte auf die Kristallfigur in seiner Hand. An einer Spitze h\u00e4tte man sich gut stechen k\u00f6nnen. Er ber\u00fchrte die Stelle vorsichtig mit dem Daumen und l\u00e4chelte.<\/em><!--more--><\/p>\n<p><em>&#8220;Sir, there has been a package for you.&#8221; Mit diesen Worten \u00fcbergab Gregory seinem Herrn die Postsendung, die heute im Laufe des Tages eingegangen war. Darin befand sich ein Lederetui, das seltsam vertraut wirkte. Nathaniel \u00f6ffnete es mit der gebotenen Neugier und sah fasziniert hinein.<br \/>\nIn dem kunstvoll geschliffenen Glas fing sich das Licht und brach sich in Myriaden kleiner Regenb\u00f6gen, die auf das Auge zur\u00fcckgeworfen wurden. Nathaniel nahm es vorsichtig aus der H\u00fclle und hielt es gegen das Licht. &#8220;She&#8217;s lovely&#8230;&#8221;, murmelte er vor sich hin, obwohl Gregory den Raum l\u00e4ngst verlassen hatte und Dee \u00fcberhaupt nicht hier war.<br \/>\nNach einer Weile des stummen Starrens wandte er den Kopf zur Seite. Der Blick fiel auf das iPhone, welches ungenutzt neben ihm auf dem Sofa lag. Nein. Er w\u00fcrde nicht noch einmal st\u00f6ren. Das w\u00e4re undienlich.<br \/>\n&#8220;Just&#8230;&#8221; Er seufzte.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Der Wohnwagen hatte l\u00e4ngst bessere Zeiten gesehen. Aber das musste schon viele Jahre her sein. Wahrscheinlicher sogar Jahrzehnte. F\u00fcr Nathaniel roch es irgendwie seltsam vertraut modrig. Eine Art von Geruch, wie man sie in einem alten Zuhause erwartete. Nur war er hier nie Zuhause gewesen. Und der Wohnwagen geh\u00f6rte ihm auch gar nicht.<br \/>\nEr sa\u00df halb auf dem Tisch und hielt ein Etui in H\u00e4nden. Die H\u00e4nde wiederum waren in Handschuhen, die ihm sein G\u00f6nner in die Hand gedr\u00fcckt hatte. In dem kleinen Etui befand sich eine grob geschliffene Rose aus Kristall. So scharf behandelt, dass man sich an ihren Kanten leicht h\u00e4tte schneiden k\u00f6nnen.<br \/>\nEine Weile konnte er einfach nur starren. Starren, ohne die Faszination seines Clans. Starren mit der Faszination eines Kindes.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Sein Besuch war schon seit Stunden weg. Nur die weiche pl\u00fcschige Decke lag noch auf der Couch. Gepardendruck. Sie war unglaublich flauschig, wenn man sie mit den Fingern ber\u00fchrte. Von so einem Fell konnten die meisten Tiere nur tr\u00e4umen. Nathaniel erinnerte die Textur an einen Maulwurf. Unwillk\u00fcrlich schossen ihm Gedanken durch den Kopf: Maulw\u00fcrfe. Der Feind des Regenwurms. Bisher f\u00fcr weitgehend blind gehalten. Und &#8211; das interessanteste, wie er fand &#8211; eines der wenigen Tiere, die keinen &#8220;Strich&#8221; hatten. Das Haar wuchs nicht in eine bestimmte Richtung. Egal in welche Richtung man das Fell streichelte, es stellte sich nie entgegen und war f\u00fcr das Tier so nicht unangenehm. Angenommen so ein Tier lie\u00df sich anfassen. Er selbst hatte bisher nur die ausgestopfte Variante betasten k\u00f6nnen.<br \/>\nL\u00e4chelnd ging er auf das Sofa zu. Er war gekommen. Es hatte keine halbe Stunde gedauert und er war einfach hier gewesen, ohne zu fragen. Einfach nur, weil er das Gef\u00fchl hatte, es w\u00e4re nach der Nachricht n\u00f6tig gewesen. Zum ersten Mal hatte er soetwas wie&#8230; Verbundenheit empfunden.<br \/>\nEr setzte sich, nahm die Decke auf und legte sie sich in die Schultern. Dann lie\u00df er sich zur Seite fallen und blieb eine Weile liegen, unn\u00f6tig darauf wartend, dass ihm w\u00e4rmer werden w\u00fcrde. Aber er hatte keine eigene K\u00f6rperw\u00e4rme. Die Decke konnte nichts zur\u00fcckwerfen. Trotzdem. Irgendwie war es so&#8230; heimeliger.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>&#8220;So what is it?&#8221; Nathaniel ging ungeduldig auf und ab, sah immer wieder zu seinem Butler.<br \/>\n&#8220;A map, sir. A map of Ireland.&#8221;<br \/>\n&#8220;What?&#8221;<br \/>\n&#8220;Yes, sir. A horse shoe &#8211; and emerald.&#8221;<br \/>\nEndlich blieb er stehen und grinste. &#8220;God, I love her.&#8221;<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Alles hier war staubig. Und verdammt hei\u00df war es noch dazu. Wenigstens waren die Steine unter seinen Schuhen wei\u00df, nicht schwarz. So warfen sie weniger Hitze zur\u00fcck. Gregory reichte ihm den Hammer an.<br \/>\n&#8220;Thanks.&#8221;<br \/>\nDie Stelle war gut. Niemand w\u00fcrde das St\u00fcck Stein in diesem Steinbruch vermissen. Es war klein genug. Auch klein genug um nicht durch die Zollbeh\u00f6rden beanstandet zu werden.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>&#8220;They taught you how to do this, sir?&#8221; Eigentlich war die Frage v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig. Nat\u00fcrlich hatte man das seinem Herrn beigebracht. Und nat\u00fcrlich war dieser stolz darauf.<br \/>\n&#8220;Yes, they did.&#8221;, verk\u00fcndete dieser mit eben jenem gebotenen Stolz.<br \/>\n&#8220;Why did you choose a falcon, sir?&#8221;<br \/>\nNathaniel sah den \u00e4lteren Mann an, als w\u00e4re die Antwort selbstverst\u00e4ndlich. &#8220;Because he can do something I can not, Greg.&#8221;<br \/>\nFalken. F\u00fcr gew\u00f6hnlich f\u00fcr ihre Augen bekannt. Z\u00f6gerlich fragte er nach. &#8220;And what is that, sir?&#8221;<br \/>\n&#8220;Fly.&#8221;, grinste der j\u00fcngere zur\u00fcck.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Zusammen sa\u00dfen die drei M\u00e4nner um das Feuer unter freiem Himmel.<br \/>\n&#8220;He says he found a name for you.&#8221;, erkl\u00e4rte der j\u00fcngere Ureinwohner und sah den Wei\u00dfen an wie jemanden, dem eine unglaubliche Ehre zuteil wurde &#8211; die dieser nicht verstehen w\u00fcrde. Nachdem der j\u00fcngere gesprochen hatte, fuhr der \u00e4ltere fort und wartete auf die \u00dcbersetzung seines Sohnes. &#8220;He says that your name is-&#8221;<br \/>\n&#8220;He who does it anyway.&#8221;, \u00fcbersetzte der Gast ehrf\u00fcrchtig.<br \/>\nSeine Gastgeber sahen ihn an. Der \u00e4ltere nickte anerkennend und sprach erneut. Sein Sohn \u00fcbersetzte. &#8220;He says that, by rights, you should not participate in the tests for men. He says that a man needs his eyes to see so that he may pass those tests. He says that you must know this. And he says you must be very courageous. Because you participate undaunted.&#8221;<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Alles war schief gelaufen. Zu Pferd hatte er an der Jagd teilgenommen. Aber er hatte die Spur nicht finden k\u00f6nnen. Also hatte einer der anderen M\u00e4nner das Spurenlesen \u00fcbernommen. Und als sie endlich f\u00fcndig geworden waren, hatte er sein Ziel nat\u00fcrlich verfehlt. Zu allem \u00dcberfluss hatte er auch nicht gewusst wie man das Messer richtig ansetzt.<br \/>\nDie meisten M\u00e4nner hatten ihn ergo keines weiteren Blickes gew\u00fcrdigt. So also sah es aus, das erste Mal unter wirklich Fremden. Nun sa\u00df er allein an einem kleinen Feuer das er nur deshalb in Gang gebracht hatte, weil Greg am Ende mit einem Feuerzeug nachgeholfen hatte.<br \/>\nStumm stellte sich der Diener nun neben ihn und hielt ihm die Hand hin. &#8220;I was told to give this to you, sir.&#8221;, erkl\u00e4rte dieser mit ruhiger Stimme.<br \/>\n&#8220;What is this?&#8221; Missmutig murrend nahm er das kleine Objekt aus der Hand des Butlers. Eine Pfeilspitze.<br \/>\n&#8220;They told me to tell you that the true hunter must learn the ways of the hunt &#8211; but that the spirit for the hunt is a matter of the heart. A hunter will always keep trying, until he succeeds.&#8221;<br \/>\nSeine Hand umschloss die Pfeilspitze. Er hielt sie auch noch in der Hand als er am n\u00e4chsten Morgen wieder aufwachte.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Einundzwanzig. Eine gro\u00dfe Zahl f\u00fcr viele Leute. Ihm war das reichlich egal. Er legte keinen Wert auf die Zahl und f\u00fchlte sich jetzt auch nicht erwachsener als vor einer Woche. Oder auch nur gestern Abend. Und \u00fcberhaupt. Er war sich recht sicher, dass er sich auch morgen nicht viel erwachsener f\u00fchlen w\u00fcrde.<br \/>\n&#8220;Nathaniel?&#8221; Seine Mutter. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Bitte, bitte keine dieser nervigen Unterhaltungen dar\u00fcber was er sich denn dieses Jahr zu seinem Geburtstag w\u00fcnschte. &#8220;Nathaniel, your uncle sent this for you.&#8221; Sie stellte eine kleine Juweliersschachtel vor ihm ab. &#8220;Open it.&#8221;<br \/>\nWenigstens das war einfach. Sie h\u00e4tte so oder so keine Ruhe gegeben. Und von Onkel Edward zu h\u00f6ren war immer gut. Ihn mochte er. Nicht zuletzt weil Edward ein hervorragender Reiter war. Das hatte sie schon immer verbunden. Also \u00f6ffnete er die Schachtel und nahm das was darin war hervor: Eine Silberkette mit einem Anh\u00e4nger&#8230; Ein Fuchszahn in Silber gefasst.<br \/>\nSeine Mutter l\u00e4chelte ihn an. &#8220;Your uncle sent the fang for your birthday last year. He won the hunt that year. So I had it set in silver for you. Do you like it at all?&#8221;<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Seit f\u00fcnf Monaten hatte er sich jetzt den Kopf zerbrochen welche Gazellenart m\u00f6glicherweise wirklich mit einem Pferd zu kreuzen w\u00e4re. Bisher ohne Erfolg. Und diese d\u00e4mlichen Schulb\u00fccher gaben auch keine echten Antworten. Auch nicht die, die er von Greg aus der Universit\u00e4t hatte holen lassen. Verdammt!<br \/>\nSechs oder sieben, das machte auch keinen Unterschied. Seinen Geburtstag hatte er w\u00f6rtlich mit der Nase in B\u00fcchern verbracht. Fast zumindest, denn zum einen war es nicht seine Nase in den B\u00fcchern, sondern die von Greg, der fast alles vorlesen musste, weil ihm sein Auge noch zu weh tat. Und zum anderen hatte er den Mann dann und wann vor die T\u00fcr geschickt um seine neuste Theorie zu durchdenken und auf einem gro\u00dfen Blatt durchzurechnen. Ebenfalls ohne Erfolg.<br \/>\nUm so erstaunter war er, als auf seinem Kopfkissen am Abend eine Kette lag. Seine Eltern waren gar nicht da sondern auf irgendeiner wichtigen Einladung in London. Also musste sie von Greg kommen.<br \/>\nZ\u00f6gerlich ging er an das Bett heran und nahm die Kette auf. Der Anh\u00e4nger hatte es ihm sofort angetan: Ein silbernes Rund, in das man praktisch eine Art dreibl\u00e4ttriges Kleeblatt gestochen hatte &#8211; und dieses wiederum fasste den Kopf eines Einhorns ein. An den drei Enden der Bl\u00e4tter waren kleine Edelsteine eingefasst. Bei dem Licht konnte er nicht erkennen ob es Smaragd oder Saphir sein sollte.<br \/>\nGrinsend schloss er das Schmuckst\u00fcck in die Hand und rannte aus dem Zimmer, direkt gegen Greg und schloss die Arme um ihn. &#8220;Thank you, Mr. Stevens, sir.&#8221;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tief in Gedanken sa\u00df Nathaniel auf seiner Couch in dem k\u00fcrzlich wiederhergestellten Wohnzimmer und starrte auf die Kristallfigur in seiner Hand. An einer Spitze h\u00e4tte man sich gut stechen k\u00f6nnen. Er ber\u00fchrte die Stelle vorsichtig mit dem Daumen und l\u00e4chelte.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[53],"tags":[],"class_list":["post-3339","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nathaniel-elyot-vampire-live-c1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3339"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3339\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3575,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3339\/revisions\/3575"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}