{"id":362,"date":"2008-04-23T15:06:20","date_gmt":"2008-04-23T13:06:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=362"},"modified":"2008-04-23T15:06:20","modified_gmt":"2008-04-23T13:06:20","slug":"das-wahre-phantom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=362","title":{"rendered":"Das wahre Phantom"},"content":{"rendered":"<p>Gek\u00e4mpft hatte er wie ein L\u00f6we.<!--more--><\/p>\n<p>Wie ein L\u00f6we. Und unterlag. Das weiche, gr\u00fcne Gras fing seinen K\u00f6rper sanft auf. Nicht all zu weit konnte er Ellena liegen sehen. Ohnm\u00e4chtig, wie er wu\u00dfte. Der leichte Schlag auf den Hinterkopf hatte wohl kaum gro\u00dfen Schaden hinterlassen, sie allerdings sehr wohl kampfunf\u00e4hig gemacht &#8211; und damit das Gleichgewicht deutlich zu Alejandros Ungunsten verschoben.<\/p>\n<p>Sie hatten \u00fcber die Jahre gelernt miteinander umzugehen. Hatten gelernt, da\u00df Liebe im Leben nicht alles war. Da\u00df man einander sch\u00e4tzen konnte, ohne das Herz zu geben. Sogar auf eine andere Art lieben. Sein Herz hatte sie nie gehabt. Aber er w\u00e4re ohne zu z\u00f6gern jeden Augenblick seines Lebens f\u00fcr sie gestorben. Ihre N\u00e4he tat ihm gut. Und dann und wann glaubte er sogar dies beruhe auf Gegenseitigkeit.<\/p>\n<p>Er hatte gek\u00e4mpft wie ein L\u00f6we. Aber auch der F\u00fcrst der Stadt der Geister war nur ein Mann. Vielleicht gerade er. Die Klingen trafen zwar, hielten ihn aber ebenso wenig wie sie einen Geist gebremst h\u00e4tten. Solange zumindest, bis er sicher sein konnte, da\u00df es f\u00fcr Ellena keine Gefahr mehr gab. Bis die Fremden ihren Schutz in den W\u00e4ldern suchten.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen Moment fielen ihm die Augen zu. Er dachte an Ardeyn. Den alten Ardeyn. Vor ein paar Jahren hatte ihn das Alter eingeholt. Er hatte gebeten sich zur\u00fcckziehen zu d\u00fcrfen. Nur wenige Monate hatte er es ohne seine Klingen ausgehalten und war seiner Frau auf die andere Seite gefolgt. Ein sterbender Schwan. Alejandro erinnerte sich den Valar und dem Feuer gedankt zu haben, als Ardeyn endlich gehen durfte.<\/p>\n<p>Und er dachte an Alrich. Der Mann war immernoch am Leben. L\u00e4nger als Ardeyn. Die anderen hatten l\u00e4ngst damit begonnen kaum mehr in ihm zu sehen als einen zu praxisbezogenen Sekret\u00e4r zu sehen. Aber er wu\u00dfte den Kindern so manche spannende Geschichte zu erz\u00e4hlen. Aus l\u00e4ngst vergangenen Tagen. Abends am Feuer. Damals, als es noch Helden gab. Er erz\u00e4hlte von einer fernen Stadt, einem gro\u00dfen Traum. Und davon, wie er in Erf\u00fcllung ging. Und die Kinder lachten, kicherten, glucksten. Konnten sich nicht vorstellen, wie ein leben in dieser vorigen, dunklen Zeit gewesen sein mu\u00dfte. Sogar jetzt brachte ihn der Gedanke an den alten Mann am Feuer innerlich zum l\u00e4cheln. Armer Alrich. Aber er w\u00fcrde gut auf sie achten. Auf sie alle. Nur noch ein Jahr. Zwei vielleicht. Dann w\u00e4re Er alt genug.<\/p>\n<p>Sacht auf seiner Haut glaube Alejandro eine Feder zu sp\u00fcren. Doch als er die Augen wieder auf tat, gab es niemanden, der sie h\u00e4tte halten k\u00f6nnen. Nicht diese Feder. Auch wenn ihn dieses Gef\u00fchl unweigerlich ruhig werden lie\u00df. Sicherlich w\u00fcrde sie warten. Dr\u00fcben.<\/p>\n<p>Aus dem Nebel, welcher ihm langsam vor die Augen fiel, sch\u00e4lte sich eine hochgewachsene Gestalt. Silberwei\u00dfes Haar. Ein schmales Gesicht, dessen Z\u00fcge zwar unger\u00fchrt waren, dessen Augen jedoch allen Trost Mittelerdes zu spenden vermochten, auch wenn Alejandro keinen Namen zu diesem Gesicht kannte. Er hatten den Mann &#8211; den&#8230; Elb &#8211; noch nie gesehen.<\/p>\n<p>&#8220;Sie Warten auf euch, Erster unter den Geistern. Geht zu ihnen&#8230;&#8221;<\/p>\n<p><em>Es war unn\u00f6tig zu wissen, wie die Bilder endeten. Es gab nur einen Weg, das wu\u00dfte er. Und er wu\u00dfte jetzt ein paar Schritt des anderen Weges. Den nach vorne. Als Alejandro erwachte, waren seine Augen weit offen. Und er sah. Und l\u00e4chelte.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gek\u00e4mpft hatte er wie ein L\u00f6we.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-362","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alejandro-salas"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/362","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=362"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/362\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=362"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=362"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=362"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}