{"id":3936,"date":"2023-07-04T18:57:05","date_gmt":"2023-07-04T18:57:05","guid":{"rendered":"http:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=3936"},"modified":"2023-08-21T18:55:09","modified_gmt":"2023-08-21T18:55:09","slug":"der-eine-gott-der-gott-des-einen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=3936","title":{"rendered":"Der eine Gott &#8211; der Gott des Einen"},"content":{"rendered":"\n<p>Wind,<\/p>\n\n\n\n<p>ich w\u00fcnschte, du w\u00e4rst hier, damit ich dir von dem berichten kann, was ich heute Nacht tr\u00e4umte. Es war so lebendig, Bruder, dass ich nach dem Erwachen Zeit brauchte zu realisieren, dass ich nicht mehr schlief, dass das Getr\u00e4umte nicht wahr ist.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ser Askara. Du w\u00fcrdest sie m\u00f6gen. Ja, sie ist ein Mensch. Aber sie versteht, dass F\u00fchrung wichtig ist und warum. Und soweit ich das \u00fcberschauen kann, gibt sie sich alle M\u00fche, gut zu f\u00fchren. Wiederum \u00fcber ihre Anf\u00fchrerin m\u00f6chte ich das noch nicht behaupten. Trotzdem. Ser Askara tr\u00e4gt es mit W\u00fcrde. Ich frage mich manchmal, wie lange sie sich schon kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>In meinem Traum richtete Ser Askara ein Fest aus, dessen Grund ich nicht mehr erinnere. Aber ich erinnere mich sehr genau daran sie gesehen zu haben und ihre Knappin. Yanosh sah ich nicht. Auch Diego und Wietold waren nirgends auffindbar. Daf\u00fcr aber eine Frau, die nach Veilchen roch und mir zul\u00e4chelte. Aber eine solche Frau sucht nicht nach der Gesellschaft von jemandem wie mir. Das Fest allerdings war angenehm und gel\u00f6st. Fast heimisch habe ich mich gef\u00fchlt, auch wenn es hier im S\u00fcden stets zu warm ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch dann tauchten Fremde auf. Allesamt in schwarz ger\u00fcstet, von Kopf bis Fu\u00df. Die meisten von ihnen in R\u00fcstungen aus Metall. Nur wenige in Stoff oder Leder. Auch ihre Waffen hatten sie gezogen. Ser Askara und die, die ich kannte, verschwanden alsbald. Ich blieb zur\u00fcck mit jenen, die sich den Fremden in den Weg stellen wollten, auch wenn wir alle wussten, dass wir nicht gen\u00fcgend waren. Nicht ausreichend ger\u00fcstet oder bewaffnet. Aber entschlossen, wenn auch nur, um den anderen die Zeit zu kaufen, die sie brauchten sich in Sicherheit zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ehe ich es mir versah stand ich vorn. Alles in mir schrie mich an, mit welcher Art Mensch ich es hier zu tun habe. Die Art, die unser Dorf niederbrannten. Die Art, die auch pl\u00fcnderten. Die eigene Rasse. Die Art, die sich am Schmerz anderer labten. Ich erinnere mich, dass ich mich ihnen in den Weg stellte. &#8220;Ich verfluche euch! Ihr, die ihr Monster seid, nicht Menschen! Bestien, die sich an ihresgleichen vergehen und weder selbst Gnade kennen noch die der G\u00f6tter je gekannt haben! Verflucht sollt ihr sein!&#8221; Jedes Wort habe ich gemeint.<\/p>\n\n\n\n<p>Keines davon half. Sie sprachen von einem Gott, den ich nicht kannte und der selbst keine anderen neben sich duldete. Dass uns alle seine Feuer holen w\u00fcrden und wir in dem, was sie H\u00f6lle nannten, bis in alle Ewigkeit schmoren w\u00fcrden. Einen Moment sp\u00e4ter sank ich zusammen, weil einer der langen Spie\u00dfe in meinen Bauch stach. Eine Weile h\u00f6rte ich sie noch reden, w\u00e4hrend ich mir bewusst war, zu sterben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann lag ich da. Unf\u00e4hig mich zu r\u00fchren. Nichts mehr f\u00fchlend. Wie \u00fcber meinem eigenen K\u00f6rper schwebend und bedauernd, so schnell gefallen zu sein. Kaum mehr als den Takt eines Liedes an Zeit hatte ich erkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch. Pl\u00f6tzlich sp\u00fcrte ich zwei H\u00e4nde, die sich jeweils an meine Halsseite legten, h\u00f6rte ein Fl\u00fcstern, das ich nicht verstand. Mein K\u00f6rper hatte sich zu entscheiden, ob er Asche wollen w\u00fcrde oder neu erstehen. Die Entscheidung fiel zum Leben!<\/p>\n\n\n\n<p>Also stand ich wieder auf, noch immer das Gel\u00e4chter der Fremden in den Ohren, die sich wenig beeindruckt zeigten, auch wenn mich eine andere Frau gerade von den Toten zur\u00fcckgeholt hatte. Wo mein Blick vorher unstet gewesen war und m\u00f6glicherweise Angst zeigte, meine Stimme einen hilflosen Fluch formte, waren meine Augen jetzt fest, auf eine v\u00f6llig andere Art entschlossen. Meine Stimme war diesmal nicht erhoben. Geh\u00f6rt wurde sie dennoch von jedem der Eindringlinge: &#8220;Ich verfluche euch. Keine Frau, kein Liebchen, keine Gattin oder Dirne soll durch euch noch Erf\u00fcllung finden, wie auch ihr an ihnen keine mehr finden werdet. Verzehren sollt ihr euch nach ihnen, stets gewiss, dass ihr keinen Wert mehr f\u00fcr sie habt. Eure sch\u00e4ndlichen Taten sollen euer Unverm\u00f6gen n\u00e4hren, bis auch der letzte von euch ohne Nachkommen von dieser Welt gewichen ist. M\u00f6ge Wind eure Namen in die Vergessenheit tragen!&#8221; Darauf waren sie still. Mit weiten Augen sahen sie mich an und ich gestehe, ich genoss den Geruch nach ihrem Zweifel, nach ihrer Angst, ich k\u00f6nne recht behalten mit meinen Worten \u00fcber sie. Ohne einen weiteren Schlag machten sie kehrt und verlie\u00dfen uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob jemand aus unseren Reihen starb, wei\u00df ich nicht. Aber ich erinnere mich, dass die Feierlichkeiten sodann in Frieden fortgesetzt werden konnten und sogar noch andere fremde G\u00e4ste empfangen wurden, die ihrerseits aber nur Freude mit uns teilten und uns gl\u00fccklicher verlie\u00dfen als sie gekommen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wind&#8230; Nun wei\u00df ich, welches Geschenk Ser Askara zu ihrem Sommerfest erhalten muss. Gleichg\u00fcltig was sie selbst dazu denkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Du fehlst mir wie nichts sonst auf dieser Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wind, ich w\u00fcnschte, du w\u00e4rst hier, damit ich dir von dem berichten kann, was ich heute Nacht tr\u00e4umte. Es war so lebendig, Bruder, dass ich nach dem Erwachen Zeit brauchte zu realisieren, dass ich nicht mehr schlief, dass das Getr\u00e4umte nicht wahr ist.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[388],"tags":[],"class_list":["post-3936","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-slevin-larp"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3936"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3936\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3956,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3936\/revisions\/3956"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}