{"id":588,"date":"2008-06-03T15:12:32","date_gmt":"2008-06-03T13:12:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=588"},"modified":"2008-06-03T15:12:32","modified_gmt":"2008-06-03T13:12:32","slug":"der-strom-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=588","title":{"rendered":"Der Strom der Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Es ist also nicht mehr geheim. Immertreu vertraute ich einen Schl\u00fcssel an. Bewu\u00dft schreibe ich anvertrauen, denn ich vertraue, da\u00df sie ihn nicht nutzen wird. Niemals, bis es unbedingt notwendig wird.<!--more--><\/p>\n<p>Ich glaube, sie hat verstanden warum es wichtig ist, da\u00df sie bis dahin nicht erscheint. Und verstanden, es steht ihr frei zu kommen, wenn es soweit ist. Sie ist schwer zu lesen. In einem Moment wirkt sie, als habe sie alles unter Kontrolle. Oder glaube dies zumindest. Im n\u00e4chsten ver\u00e4ngstigt. Wie ein Tier, zu sehr in die Ecke getrieben. Auf diese Weise ist sie Antain \u00e4hnlich. Und anscheinend f\u00e4llt es mir zu beide neu ihre Freiheit zu lehren. W\u00e4hrend Immertreu einen Schl\u00fcssel erhielt, oberfl\u00e4chlich zu meinem Haus, vielleicht aber mehr zu sich selbst, ist es bei Antain so, da\u00df man sie lehren mu\u00df welchen Stolz man haben kann &#8211; egal ob einen die Welt Warg nennt und einen so behandelt oder nicht. Das Halsband soll dabei helfen, auch wenn ich meine rechte Hand darauf verwette Cardaan w\u00fcrde mir am liebsten den Kopf daf\u00fcr abschlagen.<\/p>\n<p>Antain, Elmion und Rodgar wurden alle drei f\u00fcr das Verbrechen, welches Antain beging bestraft. Die M\u00e4nner, weil sie f\u00fcr die Frau b\u00fcrgten. Es war nicht leicht f\u00fcr jeden von ihnen eine Strafe zu finden, die sie auch wirklich als solche empfinden w\u00fcrden. Was nutzen Peitschenhiebe, wenn sie vergessen sind sobald die Wunden nicht mehr schmerzen? Eine Strafe wie diese h\u00e4tte keinen Wert. Nichts w\u00e4re gelernt. Und dennoch frage ich mich, ob sie glauben es fiele mir leicht ihnen das anzutun.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich diese alt wirkenden Probleme betrachte, traf ich gestern auf zwei neue Gesichter. Das eine ein Geistlicher eines Ordens, den ich nur aus Legenden und den Erz\u00e4hlungen alter Leute kenne, damals, als ich noch ein Knabe war. Krando sein Name. Ein Adept des Ordens der Palasa. Er sagte es sei fast ein Jahrhundert her, da\u00df sein Orden das letzte Mal einen Bruder aussandt um meinem Gro\u00dfvater zur Seite zu stehen. Ich selbst wei\u00df fast nichts dar\u00fcber. Aber es h\u00f6rt sich an, als w\u00fcrden die Br\u00fcder nur dann ausgesandt, wenn die Zeiten am dunkelsten sind. Jedoch wirken sie so noch nicht. Schickt man Krando also wegen etwas, das Minas Faer ersch\u00fcttern wird, dessen Gesicht wir noch nicht kennen? Oder sollen wir, wir, die wir alle glaubten keinen Platz mehr in der Welt zu haben, tats\u00e4chlich eine Rolle spielen in den Geschicken anderer? Es ist anma\u00dfend das \u00fcberhaupt niederzuschreiben&#8230;<\/p>\n<p>Zu uns stie\u00df ebenfalls eine Elbe. Yvaine ihr Name. Ich teilte sie als Hofj\u00e4gerin ein, nachdem ich ihr den Posten, welchen sie eigentlich w\u00fcnschte &#8211; Marschall &#8211; nicht zusprechen konnte. Was wei\u00df sie schon von der Kavallerie. Nein, der Posten h\u00e4tte ihr wenig zu Gesicht gestanden. Ich bat Sanguisa sich ihrer anzunehmen und hoffe, da\u00df sie vermag ihr etwas die Augen zu \u00f6ffnen. Meine Furcht ist, sie k\u00f6nne zu blau\u00e4ugig aus ihren W\u00e4ldern zu uns gekommen sein.<\/p>\n<p>Es wird abzuwarten sein was aus Marathil wird. Er erz\u00e4hlte mir von dem Geist, welchen er glaubt in sich zu tragen. Soetwas ist schwer zu beweisen. Und es spielt kaum eine Rolle, ob dieser Geist nun Wahnvorstellung oder Wahrheit ist, denn am Ende bleibt der Effekt der gleiche. Er sagte, er habe es unter Kontrolle. Jedoch bewies er eindrucksvoll das Gegenteil. Nilda wird auf ihn achten. Ich hoffe inst\u00e4ndig es m\u00f6ge ihr gelingen.<\/p>\n<p>Ich sollte Calida schreiben. W\u00fctend oder nicht, sie wird sich inzwischen wahrscheinlich l\u00e4ngst wieder sorgen. Wie in aller Welt mache ich ihr nur begreiflich, da\u00df ich Christan f\u00fcr einen guten Mann halte. F\u00fcr einen sogar, der zu ihr passen w\u00fcrde. Aber aufzwingen? Wof\u00fcr. Darin liegt kein Gl\u00fcck. Die arme Ellena wird ein Lied davon singen k\u00f6nnen. Und auch sie habe ich schon viel zu lange nicht mehr zu Gesicht bekommen&#8230;<\/p>\n<p>Als ich dann nach diesem langen Tag zu besagtem Refugium zur\u00fcckkehren wollte, fand ich dort zu meinem Bedauern nicht einzig die Frau vor, mit welcher ich gerechnet hatte. Mit ihrem Pferd an der Hand stand Lysawyn direkt vor ihr. Findet man uns wirklich \u00fcberall? Vielleicht ist es so schwer zu verstehen, da\u00df es Stunden gibt, in denen man allein zu sein w\u00fcnscht. Keine Pflichten. Das ist der Grund, warum ich den anderen nicht davon berichtet habe. Ich gehe sogar davon aus, da\u00df sie es \u00e4hnlich halten. Es tut jedem gut etwas Raum und Zeit f\u00fcr sich zu haben. Aber nein. Das neugierige M\u00e4dchen hat ihre Augen \u00fcberall. W\u00fcrde mich nicht wundern, wenn sie die Grundb\u00fccher der Stadt daf\u00fcr durchforstet h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Dennoch gestehe ich, ich verliere mit ihr schlicht die Geduld. Zu viele Entt\u00e4uschungen vielleicht. Zu jung. Es f\u00e4llt mir immer schwerer die Augen zu schlie\u00dfen vor Dingen, die mir als Fehler ins Auge stechen, in ihren Augen aber ihrer selbst als Gutm\u00fctigkeit schmeicheln m\u00f6gen. W\u00fcrde ich jetzt zu ihr gehen, ich w\u00fcrde die Kluft nur noch gr\u00f6\u00dfer werden lassen. Also bat ich Lynne es f\u00fcr mich zu tun. Vielleicht ist das eine von diesen Angelegenheiten, welche Frauen besser unter sich kl\u00e4ren. Was wei\u00df ich.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Vertrautheit w\u00e4chst fragt mich meine Rose Dinge, deren Bedeutung ich zu verdr\u00e4ngen suchte. Aber es hilft nicht. Wenn ich jetzt dar\u00fcber nachdenke, versetzt es mich in Furcht zu wissen, da\u00df ich l\u00e4ngst vergessen habe. Vergessen, was mein Vater in den letzten Tagen seines Lebens sagte. Ich wei\u00df nicht mehr, ob er um Gnade bat. Wei\u00df nicht, ob er mich einen Narren hie\u00df. Stattdessen erinnere ich mich an die Sorgfalt, welche ich an den Tag legte &#8211; damit er litt, jedoch ohne Spuren. Ich erinnere mich an die Gesichtsz\u00fcge. Ihren Wandel mit jedem neuen Einfall den ich hatte, den er sodann erleiden mu\u00dfte. Aber was er gef\u00fchlt hat? Vielleicht einen kurzen Moment dessen, was der Bastard derweil weit ab in Bree sp\u00fcrte, wann immer Vater seine M\u00e4nner schickte ihm die \u00fcblichen Hiebe zu geben. Auch erz\u00e4hlte ich ihr im Geheimen von Mutter, von ihrem Tod. Und dem Grund, warum sie ging. Ich konnte nicht die ganze Geschichte erz\u00e4hlen, hatte auch die l\u00e4ngst verdr\u00e4ngt. So stand ich also am Ende mit ihr, hielt sie in meinen Armen. Und best\u00e4tige genau so auf traurige Weise, wie viel Erfolg Varenim Salas mit seiner Zucht hatte. Ich heirate eine Frau, obwohl wir beide wissen, wir lieben uns nicht und halte eine andere in den Armen. Wahrlich. Ich bin der Sohn meines Vaters.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist also nicht mehr geheim. Immertreu vertraute ich einen Schl\u00fcssel an. Bewu\u00dft schreibe ich anvertrauen, denn ich vertraue, da\u00df sie ihn nicht nutzen wird. 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