{"id":614,"date":"2008-06-06T20:34:08","date_gmt":"2008-06-06T18:34:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=614"},"modified":"2008-06-06T20:34:08","modified_gmt":"2008-06-06T18:34:08","slug":"eingedenk-der-rose-mein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=614","title":{"rendered":"Eingedenk der Rose mein"},"content":{"rendered":"<p>Die Nacht war lange schon hereingebrochen. Aber Schlaf fand Alejandro keinen. Er lag seitlich, gest\u00fctzt auf seinen rechten Ellbogen und sah neben sich auf eine Rose, die auf einem ansonsten schmerzlich leeren Kopfkissen lag. Er starrte nun schon eine ganze Weile so neben sich, \u00fcberdachte alles, was heute geschehen war. Dachte an sie. Und dachte lange Jahre zur\u00fcck.<!--more--><\/p>\n<p><em>&#8220;Nochmal, Alejandro!&#8221; Alejandro sch\u00fcttelte ungeduldig den Kopf. &#8220;Du kannst nicht den ganzen Tag auf dem Pferd sitzen, Zwerg. Der Arme mu\u00df auch mal durchschnaufen k\u00f6nnen.&#8221; Dennoch trat er schmunzelnd an besagtes Pferd &#8211; ein Schimmel seines Vaters, pr\u00e4chtiges Tier &#8211; und hob den j\u00fcngeren Bruder von dessen R\u00fccken, ihn dann sanft auf dem Boden absetzend. Der Junge, kaum sieben Sommer, sah mit gro\u00dfen leuchtenden Augen zu ihm auf.<\/em><\/p>\n<p><em>Unweigerlich mu\u00dfte er wieder l\u00e4cheln. &#8220;Komm. Die Sonne ist fast untergegangen. Ich schulde dir noch eine Geschichte.&#8221; &#8220;Genau! Ehrenschuld, hast du gesagt!&#8221;, stimmte der Kleine zu. Er nahm ihn bei der Hand und sie gingen gemeinsam zur\u00fcck zu den nahegelegenen H\u00e4usern, w\u00e4hrend sich ein Stalljunge des Vaters um den Schimmel k\u00fcmmerte.<\/em><\/p>\n<p>&#8220;K\u00f6nnt ihr mich lieben, auch wenn uns so viel entzweite? Ihn und mich.&#8221; Seine Hand reichte nach der Blume auf dem Bett. Genaugenommen eher dar\u00fcber, schwebte in der Luft. Er erinnerte sich noch sehr genau wie weit exakt die Schulter vom Kissen weg war &#8211; wo sie jetzt liegen w\u00fcrde. Und genau an dieser Stelle ruhte nun die Hand, mitten im Nichts. &#8220;K\u00f6nnt ihr das, mein Herz?&#8221;<\/p>\n<p><em>&#8220;Schafft ihn weg, habe ich gesagt!&#8221; Die Worte des Vaters hallten hart und kalt durch die gro\u00dfe Halle. Vor keinen zwei Wochen hatte man hier noch Alejandros 16. Geburtstag gefeiert. Und noch heute morgen seine Mutter beerdigt. Und nun hatte sein Vater einen kleinen weinenden Jungen vor sich knien, welcher nur bettelte nicht weggeschickt zu werden. &#8220;Aber Vater -&#8221; Der Blick desselben lie\u00df Alejandro verstummen. Aber nicht zuletzt der von Ardeyn, welcher direkt neben ihm stand und mit k\u00fchlem Blick den Bastard musterte. &#8220;Ihr wi\u00dft, was zu tun ist, sollte man den Bengel hier nochmal finden, Falkenauge. Ich erwarte, da\u00df ihr ihn behandelt wie jeden anderen Taugenichts auch.&#8221; Ein Nicken. Und damit war die Sache auch schon erledigt.<\/em><\/p>\n<p>Die Hand fuhr langsam durch die Luft, strich \u00fcber einen Arm, der nicht dort lag. &#8220;K\u00f6nnt ihr einen Mann lieben, der nicht eingriff? Der nichts tat. Nur zusah.&#8221;<\/p>\n<p><em>Zwei Wachen hatten Atherton gepackt, zogen ihn an den Armen vor Alejandro. Er warf ihnen den gleichen vielsagenden Blick zu, den sie in den letzten Monaten schon so oft erhalten hatten. Sie w\u00fcrden schweigen. Bare M\u00fcnze sorgte daf\u00fcr. &#8220;Warum tust du das immer, hm?&#8221; Aber der J\u00fcngere sah ihn nur trotzig an. Und zum ersten Mal sah Alejandro Eifersucht in den Augen eines anderen Menschen. Es erinnerte ihn an etwas, das er schonmal wahrgenommen hatte. Irgendetwas an seiner Mutter. Seltsam. &#8220;Ich will nur Vater sehen!&#8221; Und genau das war lange nicht mehr m\u00f6glich.<\/em><\/p>\n<p>Die Hand verharrte. Hier w\u00e4re die die ihre. Hier k\u00f6nnte er sie halten, w\u00e4re sie hier. Leise murmelte Alejandro an ein Ohr, das zu weit weg war ihn zu h\u00f6ren. &#8220;Ich wollte ihn doch nur vor seinem Zorn sch\u00fctzen&#8230;&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht war lange schon hereingebrochen. Aber Schlaf fand Alejandro keinen. Er lag seitlich, gest\u00fctzt auf seinen rechten Ellbogen und sah neben sich auf eine Rose, die auf einem ansonsten schmerzlich leeren Kopfkissen lag. Er starrte nun schon eine ganze Weile so neben sich, \u00fcberdachte alles, was heute geschehen war. Dachte an sie. 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