{"id":745,"date":"2008-07-01T18:04:01","date_gmt":"2008-07-01T16:04:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.minasfaer.de\/forum\/blog.php\/?p=745"},"modified":"2008-07-01T18:04:01","modified_gmt":"2008-07-01T16:04:01","slug":"what-is-this-feeling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fatebook.eternalevil.com\/?p=745","title":{"rendered":"What is this Feeling"},"content":{"rendered":"<p>Die Sonne war l\u00e4ngst untergegangen. Und Ellena bei den anderen zur\u00fcckgelassen. Alejandro Salas hatte seinen Halbbruder, den Bastard seines Vaters Atherton, zu sich rufen lassen. Er erwartete ihn auf einer kleinen Lichtung der Chetwoods. Aber eigentlich hatten sie schon wesentlich l\u00e4nger aufeinander gewartet. So viele Jahre.<!--more--><\/p>\n<p>Atherton war nicht mehr der Junge den Alejandro kannte, als er in dieser Nacht vor ihn trat. Der milchgesichtige unterern\u00e4hrte Hungerhaken von Knaben war zu einem Mann herangewachsen. Die fr\u00fcher kurz gehaltenen Str\u00e4hnen waren jetzt lange, schwarze Haare, welche ein wenig an das Pech erinnerten, welches die G\u00f6tter irgendwann einmal \u00fcber ihm ausgesch\u00fcttet hatten und ihn nunmehr zu dem machten, was er inzwischen war. Ein Strauchdieb, Beutelschneider, ehrloser Herumtreiber. Kurz, ein Mann, verloren in den W\u00e4ldner.<\/p>\n<p>Und auch der Erstgeborene war l\u00e4ngst nicht mehr der ungest\u00fcme Junge von damals. Nur waren die Ver\u00e4nderungen an und in ihm wohl weniger offensichtlich als die seines Halbbruders.<\/p>\n<p>Es blieb lange still zwischen den beiden. Eine Weile sahen sie sich einfach nur an, der verzweifelte Versuch zu verstehen wie aus dem jeweils anderen hatte werden k\u00f6nnen, was nun vor dem einen stand. &#8220;Ich h\u00f6re es hei\u00dft jetzt F\u00fcrst Salas,  Chann.&#8221;<\/p>\n<p>Alejandro verzog das Gesicht. &#8220;So ist es wohl.&#8221; Er nickte eine Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p>&#8220;Wir teilen unser Blut, wenn auch nur zur H\u00e4lfte. Nichts an meinem hat was von F\u00fcrst. Wie-&#8221; Noch ehe er den Satz beendet hatte sch\u00fcttelte sein Bruder resignierend die Augen schlie\u00dfend den Kopf. Seltsam genug, es gebot dem weit Jungeren tats\u00e4chlich Einhalt.<\/p>\n<p>Dennoch, als Minas Faers F\u00fcrst antwortete war seine Stimme kein St\u00fcck beunruhigt. Ausgeglichen vielmehr. &#8220;Es braucht nicht meinen j\u00fcngeren Bruder, Atherton, um mich daran zu erinnern was ich bin und was nicht. Das wei\u00df ich auch ohne deine Worte, auch wenn ich sie verdient haben mag.&#8221; Zwar senkte der J\u00fcngere schuldbewu\u00dft den Kopf, funkelte ihn aber hinter dem viel zu langen Haaren, welche ihm so ins Gesicht hingen, trotzig an. Bis man ihn \u00fcberraschte: &#8220;Erz\u00e4hl mir vom Sommer, Atherton.&#8221;<\/p>\n<p>Und ehe er es sich versah tat er genau das. Er berichtete von Tornado, welchen er noch in der gleichen Nacht als Ellena ihren Wunsch aussprach vor Alejandros Haus stahl. Berichtete davon, wie er auf der Suche nach Sonnenfrucht, Sand und Meer Botenrittte \u00fcbernommen hatte. Wie schnell Tornado ihn getragen h\u00e4tte. Da\u00df er sogar den Zimt f\u00fcr den Apfelkuchen selbst mit dem so verdienten Geld bezahlt hatte. Und er erz\u00e4hlte von Ellenas Gesichtsausdruck als er ihr diesen Sommer brachte. Nur eines behielt er f\u00fcr sich. Das Geheimnis sie in den Armen gehalten zu haben. Es gab Dinge zwischen Himmel und Erde, die mu\u00dfte nichteinaml der F\u00fcrst einer Geiststadt nicht wissen.<\/p>\n<p>Ohne zu unterbrechen h\u00f6rte sich Alejandro jedes Wort an. Kein Kommentar. Keine \u00c4nderung seiner Gesichtsz\u00fcge. Vor allem kein L\u00e4cheln. Aber auch kein Widerspruch, keine R\u00fcge. Einfach nur nichts eben. Aber als Atherton zuende erz\u00e4hlt hatte, blieb er nicht still. &#8220;Man h\u00f6rt du hast eine -&#8221;<\/p>\n<p>Und wieder fuhr ihm Alejandro dazwischen. &#8220;Sprich es nicht aus.&#8221; Die Worte waren voll dem Gift welches wohl auch f\u00fcr den fr\u00fchen Tod ihres Vaters verantwortlich war. &#8220;Ich bin nicht wie er. Und du solltest dankbar daf\u00fcr sein.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Dankbar? Er war ein guter Vater!&#8221; Das &#8216;f\u00fcr dich&#8217; blieb unausgesprochen. Aber es hallte lange in den Ohren beider M\u00e4nner. Seltsam frustrierend. Denn es sprach kein Neid aus ihm. Sondern schlichte Frustration von einem alten Mann nichts weiter bekommen zu haben als die Peitschenhiebe seines Waffenmeisters obwohl er doch eigentlich nur ein L\u00e4cheln wollte. So kurz auch immer es h\u00e4tte sein m\u00f6gen.<\/p>\n<p>&#8220;Das war er nicht, Atherton. Und das wei\u00dft du. Wenn du wirklich f\u00fcr irgendjemanden Sommer sein willst &#8211; dann ist es Zeit endlich die Augen zu \u00f6ffnen.&#8221; Und damit ging der \u00c4ltere. Und lie\u00df den Jungen zur\u00fcck. Zu denken hatten sie nun wohl beide.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sonne war l\u00e4ngst untergegangen. Und Ellena bei den anderen zur\u00fcckgelassen. Alejandro Salas hatte seinen Halbbruder, den Bastard seines Vaters Atherton, zu sich rufen lassen. Er erwartete ihn auf einer kleinen Lichtung der Chetwoods. Aber eigentlich hatten sie schon wesentlich l\u00e4nger aufeinander gewartet. 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