Footsteps of a Saint

Langsam beginnt sich der Nebel um die Stadt im Nebel zu lichten. Ein wenig zumindest. Mir scheint inzwischen die Stadt ist vielleicht doch nicht ganz so wertlos, wie ich bisher dachte. Wenn nicht um die Reichtümer wegen, die sie in der Heimat hält, dann wohl um die seltsame Konstelation der Menschen, die sie verbindet. Ihre Loyalität zueinander.

Keiner der Menschen hier hat Grund Sybell und mir die Treue zu halten, wenn nicht den Eid an die Heimat. Und der scheint für viele kaum von Gewicht. Alle jedoch fühlen sich einander und ihrem alten Fürsten derart verbunden, daß sie die Widrigkeiten des Jetzt zu überwinden suchen und scheinen bestrebt den Haushalt, klein und kaputt wie er sein mag, zusammenzuhalten. Dem zumindest kann ich abgewinnen, daß es auf ein gewisses Maß von Ehre schließen läßt.

Dennoch bleibt die Frage was für eine Art Mensch Alejandro Salas nun genau war, daß es ihm gelang Menschen, die einander nicht unähnlicher sein könnten, auf diese Art und Weise zusammenzuschweißen.

Zum Beispiel Gräfin Ellena Salas. Sie ist sehr auf die Form bedacht, ich vermute aus Angst vor dem, was man entdecken könnte entdeckt man die Person hinter ihren Vorhängen – jedoch ist es ihr in kürzester Zeit gelungen Sybells unbedingtes Vertrauen zu gewinnen. Den Beweiß dazu erhielt ich letzte Nacht. Da ihr dies gelang bin ich nunmehr wortgebunden diesem Haus nach Kräften zu vertrauen. Gräfin Salas wiederum sicherte mir zu nichts unversucht zu lassen um mir den Geist des alten Fürsten zu vermitteln, zu zeigen wofür und warum er kämpfte wie er es tat.

Auch anderes hier bleibt verwunderlich. So traf ich kürzlich im tänzelnden Pony eine Fürstin Thals, deren Namen ich nicht niederzuschreiben wage. Sie bat mich ihren Stand nicht öffentlich zu machen aus Angst man würde ihr dann nach dem Leben trachten. Ein Grund wohl sich an die Stadtwache zu wenden. Es ist ein untragbarer Mißstand wenn Männer und Frauen von Stand es nicht für weise halten zu ihrer Familie zu stehen.

Den Kommandanten wiederum muß ich aber so oder so sprechen. Denn tatsächlich hielten die Stadträte Wort. Gestern Abend sprach ich vor ihnen vor. Man nahm mich in den Rat auf, mich nur wenigen Verpflichtungen beugend. Es ist mir ein Rätsel, wieso eine semidemokratische Organisation ausgerechnet einen Adligen in ihre Mitte rufen sollte. Aber anscheinend habe ich auch dieses Wohlwollen Salas zu verdanken, berief man mich doch an seiner statt. Zwar heißt es, man solle nicht schlecht über die Toten sprechen, jedoch ist es wahrlich verwunderlich wie wenig Mühe sich die Leute bei diesem Einzelnen zu machen scheinen, eben weil es keinen Grund gibt, sieht man von der geübten Distanziertheit Richter Carlyles ab.

Wahrlich ein seltsames Geflecht. Zwar lichten sich die Nebel, aber um es wirklich zu durchdringen wird es wohl noch viel Zeit benötigen.

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