Nach langer Zeit der Unsicherheit hat mir Damares Meroun nunmehr ein “Geschenk” zukommen lassen, welches für die nächsten Monate meinen Stand unter den ihren symbolisiert.
Es handelt sich um einen Sandfisch. Er stammt aus den Wüsten, ist halb Echse, halb Fisch. Er verkriecht sich im Sand sobald Gefahr droht, ist, soweit uns bekannt ist, ein Kaltblüter und hat eine gespaltene Zunge. Einen Sandfisch – egal in welchem Zustand – zu erhalten ist ein Zeichen der Schande. In diesem Fall geht er einher mit meinem symbolischen Tod für die nächsten drei Monate. Das gilt für mich und jene, die mir nahe stehen. Also die Zunft an sich. In diesen drei Monaten werden uns die Klingen nicht sehen, nicht hören. Wir werden jene sein die unbekannt gestorben sind, über die man nicht spricht um ihr Andenken nicht zu beflecken, egal wie man vorher zu uns stand. Sobald die Zeit verstrichen ist sind wir neue Menschen. Wieder lebendig. So gut oder schlecht wie jeder andere auch den man auf der Straße trifft. Reingewaschen.
Das Zeichen der Schande bedeutet also es wird keinen Bluttag geben. Ich muß nicht täglich fürchten, daß Morferth an mich heran tritt und meinen Hals fordert. Wenn man mir das überhaupt gewährt hätte. Morferth traue ich genug Ehre zu um den Befehl auszuführen weil er ein Befehl ist. Für die anderen wäre mein Kopf nichts weiter als eine Trophäe gewesen. Aber wie die Dinge nun stehen wird das nicht geschehen.
Der Kleine und ich haben also soetwas ähnliches wie Frieden miteinenander geschlossen. Er scheint sich auf meiner Schulter halbwegs wohl zu fühlen. Und er lebt immernoch, obwohl nicht viel dafür sprach als er mir in dem kleinen Kästchen überbracht wurde. Sein Name ist “Adelante”. Ich sollte ihn Alrich zeigen.
Nachdem ich es lange aufgeschoben habe war es mir nun endlich möglich Giselher Aldorn meinen Bericht über die Vorkommnisse um Rywen vor einigen Wochen zu erstatten. Er war so vollständig wie ich es wagen konnte ihn sein zu lassen. Wenn er auch nur halb so gut ist wie er in seiner Position sein sollte wird ihm das aufgefallen sein. Aber dann gab es keinen Weg für mich anders zu sprechen. Auch das wird er wissen. Darüber hinaus berichtete er mir vom Tod meines Vaters – auf welchen ihn der Bastard hinwies. Dabei hatte ich ihn doch geheißen sich aus meinen Angelegenheiten zu halten. Ich werde ihn nochmal finden müssen. Diesmal vielleicht mit etwas mehr Nachdruck…
Von den anderen habe ich in den letzten Tagen nicht viel gesehen, sieht man von einer kurzen Begegnung mit der neuen Elbe ab. Diese wiederum scheint den Ärger magisch anzuziehen. Sie verhält sich äußerst artuntypisch, soweit ich als Mensch das beurteilen kann. Die Sache stinkt zum Himmel. Ich bin mir nicht sicher ob sie schlicht die Veranlagung zu Grausamkeiten hat oder ob sie tatsächlich für die Aufgaben taugt die vor ihr liegen. Meine Vermutung geht in die erste Richtung. Behalte ich damit Recht wird sie sich ihr eigenes Grab schaufeln. Dann besteht kein Handlungsbedarf.
Bisher hatte ich noch keine Gelegenheit Celebthelion zu sprechen. Vielleicht sollte ich ihm einfach schreiben und um ein Gespräch bitten. Außerdem muß ich Lysawyn auftreiben. Besser, ich muß warten bis sie mich auftreibt. Sie schuldet mir noch eine Antwort. Bleibt zu hoffen, daß diese besser ist als die letzte die sie mir gab. Ich hoffe ihr die Subtilitäten beibringen zu können welche der Elbe augenscheinlich fehlen. Das macht sie zu einer wertvolleren Waffe. Und wertvolle Waffen verliert man nicht. Man riskiert sie nicht. So kauft man sich sein Leben.
Eine Entscheidung muß getroffen werden. Aber diese eine liegt nicht bei mir. Ich werde abwarten und sehen was sie zu sagen hat und sodann tun was sich daraus ergibt.
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