Xyviel hatte erzählt, hatte von damals erzählt. Alte Strafen. Hatte das alte Gewicht wieder gespürt. Und war sich die ganze Zeit schmerzlich bewußt gewesen, daß er die wahre Schwere dessen, was wirklich geschehen war nie im Leben wirklich vermitteln können würde.
“Rebellen der Morgenröte…” Die Worte würden in alle Ewigkeit in seinen Ohren klingen. “Ich gebe euch den Namen Namaru, die Teufel.”
Als Xyviel damals, vor so langer Zeit, jene Worte hörte, hatten sie bis ins Mark getroffen. Denn während alle anderen Häuser ein ersichtliches, greifbares Etwas hatten, wogegen sie ihren Zorn lenken konnten, etwas, das ihnen der Schöpfer gegeben hatte woran sie ihren Fehl erkennen sollten – hatte sein Haus nichts.
Ahaukyin würde bei jedem Biß eines Tieres gegen einen Menschen wissen, daß das eben jene Strafe war, die man ihm und seinem Haus angelastet hatte. Der Anblick würde ihn schmerzen. Vielleicht sogar die Machtlosigkeit dagegen. Aber er hatte etwas. Er wußte was man ihm zuschrieb.
Xyviels eigenes Haus hingegen hatte man diesbezüglich praktisch nackt gelassen. Später, auch daran erinnerte er sich, würde man ihnen den Vorwurf machen, man hätte sie zu leicht davonkommen lassen. Die Wahrheit jedoch lautete, daß genau diese Nichtstrafe jeden einzelnen von ihnen zum stolpern und wanken gebracht hatte. Daß es fast gelungen wäre ihnen allen jedweden Mut zum Kampf zu nehmen. Oder auch nur weiterhin gegen den Willen des Schöpfers zu denken.
Damals hatte die Welt für Xyviel zum ersten Mal einen Teil ihres Feuers verloren. Er hatte bei diesen Worten zum ersten mal gefroren. Und diese Kälte seither nie wieder ganz aus seinem Inneren verbannen können.
“Du bist so warm…” Er schmiegte sich enger an das schwarzgoldene Fell, atmete den Geruch ein. “Ist dir immernoch kalt?” “Ja.” “Es wird bald morgen werden. Dann wirst du dich besser fühlen.”
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