Traumzeit

Es brauchte also Träume, Träume und eine Hexe um mir die Wahrheit zu zeigen. Vielleicht habe ich sie schon lange in meinem Herzen getragen… Ich vermag es nicht zu sagen. Aber ich spüre es zumindest jetzt: Es ist wahr.

Teldarin wird ohne mich zu ihrem Haus zurückkehren müssen. Mit etwas Glück wird sie meinen Tod vermuten, nicht meinen Ungehorsam. Ich werde ihr, so ich es vermeiden kann, nicht mehr unter die Augen treten. Täte ich es doch, wüßte ich nicht ob ich mich halten könnte. Denn sie haben gelogen. Immerfort, über all die Jahre hinweg. Es blieb nur Asche. Asche und Namen, die sie mir mit Hoffnung aussprachen, obschon sie wußten, daß diese Hoffnung auf immer leer sein würde. Und ich, der Narr meines eigenen Herzens, habe ihnen geglaubt.

In meinen Adern kocht immernoch die Wut. Zu gern würde ich ihnen gleiches wiederfahren lassen. Aber die Träume sollten Recht behalten. Ich wäre meinem Vater ein schlechter Sohn, würde ich genau so handeln. Und meinem Namen, den ich nun als einziger in meinem Kopf trage, ein schlechter Diener.

Ein Grundstein soll ich also sein. Aber dafür braucht es mehr als einen Mann. Vater sagte, ich würde wissen, was zu tun sei. Und ich glaube es zu spüren. Nur wie ich so helfen soll, das verstehe ich nicht.

Das Ende dieser Träume war fast noch beunruhigender als die Nachricht, die sie mir brachten. Ich sehe mich einer Frau gegenüber, die mir Heil zu sein scheint, deren bloßes Wesen an sich jedoch schon den Untergang jedes Mannes bedeuten muß. Daß mein Vater auch hierfür Rat wüßte, bezweifle ich. Aber den Rat, den er bisher gab, werde ich befolgen. Und beten, daß es seinen Sohn zu dem Mann macht, den er sich gewünscht hätte.

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