Lokalpresse vom 2. November 2010

Tief blickend

Tief blicken, das lässt die Nachricht über ein auf Grund gelaufenes Atom-U-Boot der Briten. Nahe der Isle of Skye setzte die britische HMS Astute auf Steinboden auf. Und das liefert einigen Grund zur Sorge.

Das Schiff kostete den britischen Steuerzahler in der Konstruktion rund vier Milliarden Euro. Geld, das man inzwischen bereuen dürfte nicht mehr zu haben, nachdem das Land von der weltweiten Finanzkrise nicht
unverschont blieb. Darüber hinaus setzt das 2007 fertiggestellte Schiff, dessen offizielle Inbetriebnahme erst für 2011 geplant ist, einen Gegenpol zu den Plänen der Briten ihr Tridentprogramm zu kürzen. Trident bezeichnet, unter anderem, britische und US amerikanische Atomraketen, die von U-Booten aus gezündet werden können. Bei den Briten die sogenannte Trident Klasse. Die HMS Astute selbst ist jedoch nicht mit Tridentraketen ausgestattet.

Mit dem Aufgrundlaufen der HMS Astute stellt sich jetzt die Frage, ob ein Maschinenfehler vorlag. Möglich wäre aber auch, dass fehlnavigiert wurde. Da die Mannschaft aber im Moment wohl eher die Sorge haben dürfte, wann genau die Flut einsetzt und sie ihr Boot wieder befreien können, erfolgte bisher keine genauere Investigation auf dieser Ebene.

Sollte jedoch ein technischer Mangel vorliegen, könnte das für die Briten äußerst peinlich werden. Denn die HMS Astute ist das teuerste, ausgereifteste U-Boot, dass die britische Marine zu unserer Zeit zu bieten hat.

An Land macht man sich andere Gedanken: Was, wenn das Boot nicht mehr wasserdicht ist? Und schlimmer: Ist ein nuklearer Zwischenfall zu befürchten? Pressesprecher haben bisher beruhigende Worte für die Weltöffentlichkeit: Von einem Atomunfall sei nicht auszugehen, so heißt es. Das Schiff würde nach wie vor dicht halten.

Unangenehm dürfte den fleißigen Seeleuten der Queen diese Angelegenheit dennoch sein, waren sie doch diese Woche bereits einmal in den Schlagzeilen: Flugzeugträger, die in Auftrag gegeben wurden, werden vorerst keine Flugzeuge aufnehmen und starten lassen können – ihre Fertigstellung ist wegen fehlender Finanzmittel derzeit nicht gewährleistet.

Astute kommt übrigens aus dem Englischen und steht für Scharfsinnigkeit, geistige Rege und tiefe Einblicke.

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