Der gemachte Mann

Von den Göttern bin ich längst abgefallen. Das weiß ich wohl. Denn nichts von dem, was ich hier tue, wäre ihnen gefällig. Den Löwenanteil meiner Zeit verbringe ich in diesen fremden Wäldern, suche ein Wesen, das es nach dem Willen der Götter gar nicht geben sollte und teile meine Zeit mit einer vollblütigen Hexe.

Vater hätte es wahrscheinlich nicht gewollt, dass sein Sohn ein derartiger Mann wird. Aber ein Mann ist er nun also geworden. Und ich kann mich nicht dazu bringen auch nur eine Sekunde davon zu bedauern. Noch viel weniger, wenn ich neben mich sehe. Und am wenigsten, wenn ich träume.

Es ist ein wenig, wie in den Büchern, die ich las, als ich noch ein Knabe war. Doch völlig anders. Ich frage mich, wie es hat so weit kommen können. Und was nun aus mir werden soll. Ist dies das leuternde Ende? Oder bin ich auf dem Weg etwas zu werden, das besser niemand sein sollte. Kein Sterblicher jedenfalls. Sie selbst… Sie… Ich weiß nicht, was genau sie ist. Und ich glaube, die Frage sollte ich mir grundsätzlich abgewöhnen. Vielleicht ist es dieses Mal besser nicht zu hinterfragen. Zu akzeptieren was vor mir liegt. Und, so ich kann, es zu genießen.

Wir bleiben also weiter auf den Spuren eines Tieres, das wir bisher noch nicht gesehen haben. Bald kehren wir zu dieser Taverne zurück und werden sehen, was der Mann mit der roten Haut herausfinden konnte. Vielleicht sind seine Ahnengeister informativer als das, was wir haben: der Wald.

Im Moment ist es mir aber fast egal, ob wir dieses Biest finden oder nicht. Es kommt mir alles seltsam fremd vor, wie in einem Traum. Einer Traum, aus dem ich nicht erwachen möchte…

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